Politik

"Pfeifen, Spott, etwas Applaus"US-Sender zensiert Buhrufe gegen Vance

07.02.2026, 11:04 Uhr
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US-Vizepräsident JD Vance und Second Lady Usha Vance nehmen an der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand teil. (Foto: picture alliance/dpa/Reuters Pool Photo/AP)

Lautstarke Buhrufe begleiten den Auftritt von US-Vizepräsident Vance bei den Olympischen Winterspielen in Mailand. Das amerikanische Publikum bekommt davon allerdings nichts mit. Der Sender NBC schneidet die Pfiffe offenbar kurzerhand heraus - nicht der erste Vorfall dieser Art.

Pfiffe statt Applaus für den US-Vizepräsidenten: Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Mailand ist JD Vance am Freitagabend von Teilen des Publikums lautstark ausgebuht worden. Auf internationalen Fernsehbildern waren vor allem Pfiffe, Buhrufe und auch vereinzelt Applaus zu hören, als die Kameras auf Vance und seine Ehefrau Usha schwenkten. Zuschauerinnen und Zuschauer in den USA bekamen davon offenbar aber gar nichts mit.

Während Eisschnellläuferin Erin Jackson das Team USA ins San-Siro-Stadion führte und dafür lautstark bejubelt wurde, änderte sich die Stimmung, als der US-Vizepräsident auf den Bildschirmen erschien. Der kanadische Sender CBC übertrug die Szene ungekürzt. Ein Kommentator reagierte hörbar irritiert: "Da ist Vizepräsident JD Vance und seine Frau Usha - oops, das sind nicht … äh … das sind eine Menge Buhrufe. Pfeifen, Spott, etwas Applaus." Auch Journalisten vor Ort berichteten von deutlich hörbaren Missfallensbekundungen aus dem Publikum.

Im US-Fernsehen hingegen blieb die Szene folgenlos, wie der britische "Guardian" berichtet. Der Sender NBC, der die exklusiven Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele in den Vereinigten Staaten hält, blendete Vance zwar ein, schnitt die Buhrufe laut "Guardian" jedoch heraus und ließ sie unkommentiert. Stattdessen habe sich das Kommentatorenteam auf die Nennung seines Namens beschränkt: "JD Vance." Kurz darauf veröffentlichte das Weiße Haus selbst einen Ausschnitt aus der NBC-Übertragung, der Vance applaudierend zeigt - auch hier keine Spur der Buhrufe.

Proteste in Mailand gegen ICE

Es ist nicht das erste Mal, dass Reaktionen des Publikums auf Vertreter der Trump-Administration für das US-Publikum gefiltert werden. Bereits bei den US Open im vergangenen September hatten die Turnierorganisatoren die Fernsehsender ausdrücklich gebeten, keine negativen Publikumsreaktionen zu zeigen, als Donald Trump das Finale der Männer besuchte. In einer internen Mitteilung hieß es damals, man solle "jegliche Störungen oder Reaktionen im Zusammenhang mit der Anwesenheit des Präsidenten" vermeiden.

Die Buhrufe gegen Vance fielen zudem in ein angespanntes politisches Umfeld. Vor der Olympia-Eröffnung hatten in Mailand Hunderte Menschen gegen die Präsenz von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE bei den Spielen protestiert. Das US-Außenministerium erklärte, mehrere Bundesbehörden seien zur Unterstützung und zum Schutz amerikanischer Staatsbürger vor Ort. Die eingesetzten ICE-Beamten in Italien hätten jedoch nichts mit den umstrittenen Abschiebungsaktionen in den USA zu tun.

Vance war allerdings nicht der Einzige, der bei der Zeremonie auf Ablehnung des Publikums stieß. Auch die vier Athletinnen und Athleten aus Israel wurden beim Einzug ins Stadion sowohl mit Applaus als auch mit Buhrufen empfangen.

Quelle: ntv.de, hny

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