Politik

Unbeliebter Gast bei OlympiaTrump verteidigt Vize Vance nach Buhrufen mit Lüge

07.02.2026, 08:18 Uhr
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In den USA würden die Leute seinen Vize JD Vance mögen, behauptet US-Präsident Donald Trump. (Foto: picture alliance / Captital Pictures)

Buhrufe gegen den US-Vize bei Olympia sorgen für Aufsehen. Präsident Trump behauptet, sein Stellvertreter werde im eigenen Land nicht ausgebuht. Ein Blick in die jüngste Vergangenheit des Politikers in Washington zeigt jedoch ein anderes Bild.

US-Präsident Donald Trump hat sich über die Buhrufe gegen seinen Vize JD Vance bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Italien überrascht gezeigt. Angesprochen auf die kritischen Reaktionen verwies er im Regierungsflieger Air Force One vor Journalisten darauf, dass die Leute seinen republikanischen Parteifreund mögen würden. Fairerweise müsse man aber sagen, dass der US-Vizepräsident zurzeit in einem anderen Land unterwegs sei - "in diesem Land (den USA) wird er nicht ausgebuht", betonte Trump.

Diese Behauptung stimmt allerdings nicht. Allein in der US-Hauptstadt Washington wurde Vance im vergangenen Jahr mehrmals öffentlich ausgebuht, zum Beispiel beim Besuch eines Konzertes im Kennedy Center, einem renommierten Kulturhaus, das Trump kurz nach seinem Amtsantritt unter seine Kontrolle gebracht hat.

Buhrufe nicht nur für Vance

Im legendären Fußballstadion San Siro von Mailand verfolgten am Freitag Zehntausende Zuschauer die Eröffnungsshow mit der üblichen Parade der Athleten. Parallel dazu wurde erstmals an gleich drei weiteren Orten gefeiert - in Cortina, der zweiten Gastgeberstadt, sowie in Predazzo und Livigno. Pfiffe und Buhrufe kamen auf, als Israels Team ins Stadion kam. Und gebuht wurde auch, als Vance beim Einzug des US-Teams groß auf den Videoleinwänden zu sehen war. Trumps Stellvertreter verfolgte die Zeremonie auf der Ehrentribüne.

Vance war am Donnerstag in Mailand angekommen und hatte bei seinem Besuch unter anderem Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni getroffen. Aus Protest gegen die Anwesenheit von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE bei Olympia waren vor der Eröffnungsfeier mehrere Hundert Studenten durch Mailand gezogen. ICE-Beamte stehen wegen ihres teils brutalen Vorgehens gegen Migranten in den USA in der Kritik. In der US-Olympiadelegation sollen sie sich um den Schutz von Offiziellen wie Vance und US-Außenminister Marco Rubio kümmern.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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