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Nach zwei Wochen auf See "Open Arms" dürfte Spanien ansteuern

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Das Rettungsschiff "Open Arms" der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms vor der Küste Italiens. Dort durfte es tagelang nicht anlegen.

(Foto: dpa)

Zwar lässt der italienische Innenminister Matteo Salvini zuletzt 27 Flüchtlinge auf Lampedusa von Bord der "Open Arms" gehen, dauerhaft in seinem Land anlegen darf das Flüchtlingsschiff aber nicht. Nun zeigen die Spanier Erbarmen.

Das von Italien abgewiesene Flüchtlings-Rettungsschiff "Open Arms" darf in einen spanischen Hafen einlaufen. Ministerpräsident Pedro Sánchez habe angesichts der Notlage an Bord und der "unbegreiflichen" Haltung Italiens angeboten, dass das Schiff mit mehr als hundert Migranten an Bord im Hafen von Algeciras anlegen dürfe, teilte die Regierung in Madrid mit. Das Schiff befindet sich bereits seit zweieinhalb Wochen auf See.

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"Ich habe veranlasst, dass der Hafen von Algeciras für den Empfang der #OpenArms aktiviert werden soll", twitterte der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez. "Spanien handelt immer in humanitären Notfällen."

Nachdem 27 unbegleitete Minderjährige am Samstag auf der italienischen Insel Lampedusa von Bord durften, harren noch 107 Migranten auf dem Schiff der spanischen NGO Proactiva Open Arms aus. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte zuvor in einem Brief an Regierungschef Giuseppe Conte erklärt, er könne den "mutmaßlichen" Minderjährigen erlauben, das Schiff zu verlassen, auch wenn es gegen seine "Überzeugung" verstoße. Dabei existiert nach Angaben von Open-Arms-Gründer Oscar Camps ein Urteil eines Verwaltungsgericht, das eigentlich die Einfahrt in die Gewässer autorisiert.

Die Situation auf der "Open Arms" war Augenzeugen zufolge wegen der Verzweiflung der Migranten zuletzt immer besorgniserregender geworden. Die Menschen mussten auf engsten Raum ausharren. Seit die "Open Arms" in unmittelbarer Nähe von Lampedusa liegt, ist der psychologische Druck noch größer: Die Menschen haben Land in Sicht, das sie aber nicht betreten dürfen. Proactiva-Gründer Oscar Camps erzählte von Streit und ständigen Diskussionen unter den verzweifelten und resignierten Migranten. "Die Menschen verlieren die Geduld und sind sehr nervös", sagte eine spanische Fernsehreporterin an Bord. Einige Migranten hätten gedroht, Selbstmord zu begehen oder ins Wasser zu springen.

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Quelle: n-tv.de, kpi/AFP/dpa

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