Politik

Wechsel nach sechs Jahrzehnten Opposition gewinnt Wahl in Malaysia

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Das Bündnis des Ex-Ministerpräsidenten Mahathir Mohamad gewinnt bei der Parlamentswahl in Malaysia die meisten Sitze.

(Foto: REUTERS)

Es ist ein historischer Sieg für die Opposition in Malaysia - seit den 50er Jahren schon herrscht dort dasselbe Regierungsbündnis. Für den Wechsel sorgt vor allem eine Korruptionsaffäre des bisherigen Premierministers, die bis in die USA reicht.

Die Opposition hat die Parlamentswahl in Malaysia gewonnen. Das Bündnis Pakatan Harapan des 92-jährigen Ex-Ministerpräsidenten Mahathir Mohamad setzte sich gegen die Regierungskoalition Barisan Nasional (BN) durch, teilte die Wahlkommission mit. Damit endet nach mehr als sechs Jahrzehnten die Herrschaft des Regierungsbündnisses von Ministerpräsident Najib Razak. BN herrschte in Malaysia seit der Unabhängigkeit des Landes 1957. Mahathir kann so erneut Regierungschef des südostasiatischen Staates mit 31 Millionen Einwohnern werden.

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Oppositions-Unterstützer können den Sieg von Mahatir Mohamad nicht fassen.

(Foto: imago/HBLnetwork)

Mahathirs Bündnis Pakatan Harapan errang zusammen mit einer verbündeten Partei aus dem Bundesstaat Sabah 115 der 222 Sitze im Parlament und sicherte sich damit eine knappe Mehrheit. Der 92-jährige Mahathir hatte das Land mehr als 20 Jahre lang regiert. Diesmal trat er für das Oppositionsbündnis Pakatan Harapan (PH, Pakt der Hoffnung) an. Er hatte mehrere Auftritte pro Tag und warf dem amtierenden Premier vor, ein Dieb zu sein und Ergebnisse zurückzuhalten.

Der nun geschlagene Premierminister Najib hatte seit 2009 regiert. Er führte eine Allianz um die Regierungspartei UMNO, die seit mehr als sechs Jahrzehnten an der Macht ist. Najib war durch eine Korruptionsaffäre geschwächt. Ihm wird vorgeworfen, aus einem Staatsfonds mehr als 3,7 Milliarden Euro zweckentfremdet und teils auf ein eigenes Konto umgeleitet zu haben.

Van Gogh-Bilder gekauft

Verwandte und Vertraute des Regierungschefs sollen mit Geld aus dem Fonds unter anderem Luxuswohnungen in New York und Gemälde von Van Gogh gekauft haben. Mehrere Milliarden Dollar verschwanden in dunklen Kanälen. Najib weist alle Vorwürfe zurück. Unter anderem durch den Skandal hatte Najibs Regierungsbündnis in jüngster Zeit an Rückhalt in der Bevölkerung verloren.

Najib hatte im April die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen angekündigt. Die Wahlen setzte er mit nur mit einem Monat Vorlauf an. Zudem wurde der Opposition vielerorts verboten, Plakate mit ihrem Spitzenkandidaten aufzuhängen. Das konnte aber Mahathirs Sieg nicht verhindern.

Quelle: n-tv.de, cam/dpa/AFP

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