Wahlkampf in UngarnOrbans Partei Fidesz fällt in Umfrage weiter zurück

Nach 16 Jahren im Amt muss Ungarns Regierungschef Orban um seine Wiederwahl bangen. Seine Partei liegt in Umfragen viele Prozentpunkte hinter der Oppositionspartei Tisza. Der Ausgang der Wahl in rund zwei Wochen ist dennoch ungewiss.
Knapp zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Ungarn baut die oppositionelle Mitte-Rechts-Partei Tisza in den Umfragen ihren Vorsprung vor der rechtsnationalen Regierungspartei Fidesz von Ministerpräsident Viktor Orban aus. In einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts 21 Research Centre kommt Tisza unter den entschiedenen Wählern auf 56 Prozent, drei Prozentpunkte mehr als Anfang März.
Die Fidesz-Partei des seit 16 Jahren regierenden Orban verliert dagegen zwei Punkte und liegt bei 37 Prozent. Allerdings sind der vom Nachrichtenportal 24.hu veröffentlichten Erhebung zufolge 26 Prozent der Befragten noch unentschlossen. In der Gunst aller Wahlberechtigten liegt Tisza demnach bei 40 Prozent und Fidesz bei 28 Prozent.
Eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Instituts Zavecz Research bestätigt diesen Trend. Hier verbessert sich die Tisza-Partei von Oppositionsführer Peter Magyar um einen Punkt auf 51 Prozent, Fidesz bleibt unverändert bei 38 Prozent. 20 Prozent der Befragten seien noch unentschieden.
Die rechtsextreme Partei Mi Hazank (Unsere Heimat) könnte als dritte Partei ins Parlament einziehen, sollte sie die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Sie liegt in den beiden Umfragen bei vier bis fünf Prozent. Die Parlamentswahl findet am 12. April statt. Magyar hat angekündigt, die Korruption einzudämmen, blockierte EU-Gelder in Milliardenhöhe freizusetzen und Ungarn fest in der EU und der Nato zu verankern.
Fidesz verweist auf andere Umfragen, die der Regierungspartei weiterhin einen Sieg prognostizieren. Kritiker wenden jedoch ein, dass diese Institute finanzielle oder persönliche Verbindungen zur Regierungspartei hätten. Die Institute 21 Research Centre und Zavecz Research sind politisch unabhängig.