Politik

Deutsche Journalisten ausgereist Özdemir: "Keiner ist in der Türkei sicher"

93cad273dcaf21ea5df194910a2139d2.jpg

Özdemir gehört zu den schärfsten Erdogan-Kritikern im Bundestag.

(Foto: dpa)

Deutsche Türkei-Korrespondenten müssen nach der Verweigerung einer neuen Arbeitszulassung das Land verlassen. Für Ex-Grünen-Chef Özdemir zeigt sich im Umgang mit der Presse ein von Erdogan errichteter "Willkürstaat". Er warnt vor Reisen in das Land.

Nach der Weigerung türkischer Behörden, mehreren deutschen Korrespondenten die Arbeitsgenehmigungen zu verlängern, warnt der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir vor einer Reise in das Land. "Keiner ist in der Türkei sicher, weder Deutsche noch Nichtdeutsche. Das ist ein Willkürstaat", sagte der ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen im Deutschlandfunk.

Das Vorgehen Ankaras kritisierte Özdemir scharf. Präsident Recep Tayyip Erdogan "hat die türkischen Medien weitgehend gleichgeschaltet. Und jetzt ist offensichtlich der internationale Medienmarkt dran." ZDF-Korrespondent Jörg Brase und "Tagesspiegel"-Reporter Thomas Seibert mussten am Vortag die Türkei verlassen.

Das Presseamt in Ankara hatte ihnen ebenso wie einem nicht ständig in der Türkei lebenden NDR-Reporter vor rund einer Woche mitgeteilt, dass ihr Antrag auf eine neue Pressekarte nicht bewilligt worden sei. Özdemir wittert dahinter eine politische Entscheidung: "Journalismus ist für Erdogan, dass man ihm huldigen darf. Das ist nicht, dass man ihm kritische Fragen stellt", sagte der 53-Jährige weiter.

Auch die Bundesregierung sieht Özdemir in der Verantwortung, schließlich sei die Türkei Partner in der Nato sowie Mitgliedsstaat im Europarat. "Vielleicht sollte das Berlin mal langsam zur Kenntnis nehmen, dass die reale Türkei mit der Türkei, die man sich in Berlin wünscht, nicht mehr viel gemeinsam hat."

Quelle: n-tv.de, shu/dpa

Mehr zum Thema