Politik

"Bewusst gewählte Parallele"Parteitagspläne der AfD wecken Erinnerung an Hitlers NSDAP

15.02.2026, 17:01 Uhr
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Björn Höcke ist AfD-Landeschef in Thüringen sowie Fraktionsvorsitzender im Landtag in Erfurt. (Foto: picture alliance/dpa)

Anfang Juli möchte die AfD ihren Bundesparteitag in Thüringen abhalten. Die Pläne wecken Assoziationen zu dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Kritiker werfen der Partei eine gezielte Provokation vor.

Die Pläne der AfD für ihren Bundesparteitag am 4. und 5. Juli in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt stoßen in CDU und SPD sowie bei Historikern auf massive Kritik. Verwiesen wird dabei auf den Reichsparteitag der NSDAP genau 100 Jahre früher in der damaligen thüringischen Landeshauptstadt Weimar. "Die bewusst gewählte Parallele zeigt wieder einmal, wes Geistes Kind die AfD ist", sagte Außenamts-Staatministerin Serap Güler von der CDU dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Die AfD weiß genau, was sie tut. Es widert mich an, wie wenig Anstand und Respekt diese Partei vor unserer Geschichte hat.", sagte Güler dazu weiter. Erneut nutze die AfD "gezielte Provokationen, um Aufmerksamkeit zu erregen", kritisierte auch der frühere SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich. Wer ein solches Datum wähle, "müsse sich der historischen Tragweite bewusst sein und wissen, welche Assoziationen es weckt", sagte der Bundestagsabgeordnete der Zeitung.

Der Historiker und Totalitarismusforscher Jörg Ganzenmüller, Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung an der TU Dresden, sprach dort von "einem bewussten symbolischen Akt, der auf mehreren Ebenen wirkt". Zum einen sende die AfD ein Signal der Verbundenheit an die rechtsextreme Szene, der die Geschichte der NSDAP und derartige Daten geläufig seien. "Zum anderen wahrt sie in der Öffentlichkeit die Fassade der Bürgerlichkeit, indem sie sich ahnungslos gibt und die historische Bedeutung herunterspielt." Damit wolle die AfD für weitere Wählergruppen anschlussfähig bleiben.

Besorgt äußerte sich in mehreren Medien auch der Historiker Stephan Zänker, Vorsitzender des Vereins Weimarer Republik. Er nannte die Termin- und Ortswahl der AfD im "Kölner Stadt-Anzeiger" ebenfalls eine "fatale Parallele". Ein Sprecher der thüringischen AfD wies die Kritik dagegen zurück und widersprach der These, es gebe eine Verbindungslinie zu dem NSDAP-Parteitag.

Die NSDAP traf sich am 3. und 4. Juli 1926 in Weimar zum ersten Parteitag nach ihrer Neugründung. Das Datum war ein wichtiger Meilenstein für den Aufstieg der Nationalsozialisten. Bewusst war damals der Gründungsort der Weimarer Republik für die Veranstaltung ausgewählt worden. Adolf Hitler und seine Anhänger zogen damals demonstrativ in das Nationaltheater in Weimar ein, wo sieben Jahre zuvor die von der NSDAP bekämpfte Verfassung der Weimarer Republik beschlossen worden war. Auf dem Parteitag wurde unter anderem die Hitlerjugend gegründet.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP

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