Politik

"Über den Horizont hinaus sehen" Petry beklagt Merkels Kinderlosigkeit

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Kritikerin der Kanzlerin: AfD-Chefin Petry.

(Foto: AP)

Angela Merkel hat keine Kinder. Die AfD-Chefin Frauke Petry sieht darin eine Ursache für die aus ihrer Sicht falsche Politik der Bundeskanzlerin.

Frauke Petry ist geschieden, mit ihrem Ex-Mann hat sie vier Kinder im Alter von 4 bis 14 Jahren. Die AfD-Chefin sieht darin offenbar einen Vorteil für ihr politisches Engagement. Sie nimmt es auch zum Anlass, um Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Politik zu kritisieren. "Ich habe vier Kinder, Angela Merkel hat keine. Kinder veranlassen einen, über den Lebenshorizont hinaus zu sehen. Und das tut Merkel eben nicht", sagte Petry dem "Stern".

AfD-Chefin Petry ist nicht die erste, die die Kinderlosigkeit der Kanzlerin kritisch aufgreift. In einer Bundestagsdebatte zur Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben kam es im Juni 2015 zu einem Zwischenfall. Der CDU-Abgeordnete Helmut Brandt kritisierte die Ausweitung der Ehe. Die Ehe beruhe auf dem Prinzip der Fruchtbarkeit. Brandt betonte, "dass die klassische Ehe zwischen Mann und Frau doch dazu führt, wenn auch nicht immer, leider, dass man sich fortpflanzt".

Daraufhin rief der SPD-Politiker Michael Roth, Staatsminister im Auswärtigen Amt, dazwischen: "Und was ist mit der Bundeskanzlerin?" Brandt reagierte entrüstet. "Diese Aussage halte ich für eine Unverschämtheit", entgegnete er und forderte eine Rüge für Roth. Merkel war in der Debatte nicht anwesend. Roth sagte später: "Ich bedaure den Rahmen meines Zwischenrufs. Ich hätte die Bemerkung als einfacher Abgeordneter machen dürfen, nicht aber als Vertreter der Bundesregierung auf der Regierungsbank."

Dennoch verteidigte Roth seine Äußerung: "Die Ehe dient nicht in erster Linie der Reproduktion, sondern ist das Bekenntnis zweier Menschen, dass sie lebenslang füreinander einstehen wollen. Es gibt zudem viele kinderlose Ehen, wie auch die der Bundeskanzlerin. Die Gründe dafür gehen den Staat allesamt nichts an. Die Debatte um die gleichgeschlechtliche Ehe wird mit merkwürdigen Argumenten geführt. Das wollte ich zum Ausdruck bringen."

Merkel hat 2005 einmal gesagt, dass sie es nicht bedauert, dass ihre Ehen kinderlos blieben. "Das hat sich so ergeben. Ich hadere mit diesem Schicksal nicht, aber es war auch keine prinzipielle Entscheidung", sagte sie damals der "Brigitte".

Quelle: n-tv.de, cro

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