Politik

Gründung und Aufstieg der EU Das größte Friedensprojekt der Geschichte

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2012 erhält die EU für ihre friedensstiftende Wirkung in Europa den Friedensnobelpreis.

(Foto: picture alliance)

Der Krieg in der Ukraine erinnert schmerzhaft daran, dass sich auch die Mitglieder der EU bis vor wenigen Jahrzehnten in Schlachten gegenüberstanden. In der neuen Folge "Wir sind Geschichte" blicken wir auf die Geburtsstunde und in die Zukunft der EU und diskutieren die Rolle Deutschlands.

Als Gustav Stresemann und Aristide Briand im Jahr 1926 den Friedensnobelpreis für ihre Verständigungspolitik zwischen Deutschland und Frankreich erhielten, befand sich die Welt - rückblickend betrachtet - zwischen den beiden größten Katastrophen des 20. Jahrhunderts. Denn trotz aller Friedensbemühungen des deutschen Reichskanzlers und des französischen Ministerpräsidenten in den 1920er Jahren brach am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg aus, an dessen Ende ein für alle Mal feststand, dass sich nichts dergleichen jemals wiederholen dürfe.

Stresemann und Briand können somit als Paten der europäischen Idee bezeichnet werden. Genauso wie der britische Premierminister Winston Churchill, der in der "Rede an die akademische Jugend" 1946 erstmals von den Vereinigten Staaten von Europa sprach. Ein Fingerzeig auf das, was folgen sollte: Sechs Jahre später wurde die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl gegründet. Dass sechs Nationen für sie unverzichtbare Produktionsmittel zusammenlegen, war die Geburtsstunde der EU. Die Tatsache, dass sieben Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs auch Deutschland zu den Gründungsmitgliedern gehörte, war der erste Schritt zur Rehabilitation.

Europäische Transformation

Aus reiner Nächstenliebe wurde die Bundesrepublik allerdings nicht in die EGKS, auch "Montanunion" genannt, eingebunden. Es brauchte Persönlichkeiten wie Robert Schuman oder Jean Monnet - Menschen, die "politische Einheit symbolisieren und die Europa weiterentwickeln wollen", wie es Linn Selle, die Präsidentin der Europäischen Bewegung Deutschland, im ntv-Podcast "Wir sind Geschichte" ausdrückt.

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In Deutschland sollte damals vorangetrieben werden, was nach dem Zweiten Weltkrieg stets Mantra der europäischen Idee war: die demokratisch-rechtsstaatliche Transformation. In den 1970ern kamen mit Spanien und Portugal ehemalige Diktaturen hinzu. Auch die EU-Osterweiterung in den 2000ern sollte diese Maxime auf dem Kontinent stützen.

Aber die EU ist keine reine Erfolgsgeschichte, wie spätestens die Spaltung der nördlichen und der südlichen Mitgliedsstaaten bei der Griechenland-Krise der Welt schmerzhaft vor Augen führen sollte. Auch die deutsche Wirtschaftsstärke ist immer wieder Streitpunkt im Staatenbündnis. Hat der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt deshalb 2011 vom "kleinen Europa" gesprochen?

Einmal Europa - hin und zurück. In der neuen Folge des ntv-Podcasts "Wir sind Geschichte".

Wir sind Geschichte - ein ntv Podcast

In "Wir sind Geschichte" steuert Moritz Harms seinen Zeitreisebus in zehn Episoden über die interessantesten Routen, die unser historisches Straßennetz zu bieten hat. Die Olympischen Spiele in Deutschland, Feminismus, politische Attentate, das atomare Wettrüsten und vieles mehr. "Wir sind Geschichte" - der ntv History-Podcast erscheint ab 1. April jeden Freitag in der ntv App und überall, wo es Podcasts gibt: Audio Now, Amazon Music, Apple Podcasts, Google Podcasts und Spotify. Mit dem RSS-Feed auch in anderen Apps.

Quelle: ntv.de, jhe/chr

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