Politik

Terroranschlag bei München 1972 Das Sportfest, das im Albtraum endet

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Ein zerstörter Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes steht 1972 auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck.

(Foto: imago images/Heinz Gebhardt)

2022 jähren sich die Olympischen Spiele von München zum 50. Mal. Der neue ntv Podcast "Wir sind Geschichte" nimmt Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Die neue Folge startet 1966 mit einer Party in einem römischen Bierkeller und endet mit dem Anschlag auf israelische Athleten in München.

Als die Münchner Delegation in einer Taverne in Rom, die passenderweise den Namen "Birreria Bavaria" trägt, den Zuschlag für die Spiele 1972 feiert und die Korken knallen lässt, beginnt eine unsichtbare Uhr zu ticken. In den Tagen danach wird den Machern ihre riesige Verantwortung klar: Sie muss ein Stadion, die Infrastruktur, die Voraussetzungen für die Spiele bauen.

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Eine Gedenktafel im Olympiadorf München erinnert an die israelischen Athleten, die 1972 ermordet wurden.

Über allem schwebt der Anspruch, das komplette Gegenteil zum Nazi-Spektakel 1936 sein zu wollen und zu müssen. Zu diesem Zweck wird der damalige Shootingstar der Design-Welt engagiert: Otl Aicher. Mit seinen Piktogrammen sowie den bunten Uniformen und Kostümen für Polizei und Hostessen schafft er eine leichte, fröhliche und bunte Umgebung für die Olympischen Spiele.

Offenheit statt Sicherheit

Auch der Begriff der "Münchner Linie" wird zu dieser Zeit geprägt. Um auf der Sicherheitsebene einen starken Kontrast zu den Propagandaspielen von Berlin zu bieten, sollen die Polizisten in München keine Waffen tragen, sondern auf Deeskalation und Dialog setzen. Eine Herangehensweise, die nicht überall auf Gegenliebe stößt. Besonders der Polizeipsychologe Georg Sieber weist auf glaubhafte Warnungen vor der sogenannten "Lage 21" hin - ein Szenario, in dem palästinensische Terroristen den Zaun des Olympischen Dorfs übersteigen, ins israelische Quartier eindringen und Sportler als Geisel nehmen, um politische Gefangene freizupressen.

Die Entscheidungsträger verdrängen diese Warnungen. Die Deutschen freuen sich auf die Spiele, die Unterstützung in der Bevölkerung ist groß. Zehn Tage lang schaut die Welt begeistert dabei zu, wie sich die "Jugend der Welt" im sportlichen Wettkampf misst, dann rächt sich die Offenheit des Olympischen Dorfes: Am Morgen des 5. September überfallen bewaffnete palästinensische Terroristen ein Quartier des israelischen Teams und nehmen Geiseln. Am Ende des Albtraums sind elf israelische Sportler und ein bayerischer Polizist tot. Dies sind ihre Namen:

  • David Berger
  • Anton Fliegerbauer
  • Ze'ev Friedman
  • Yossef Gutfreund
  • Eliezer Halfin
  • Yossef Romano
  • Kehat Schor
  • Amitzur Shapira
  • Mark Slavin
  • Andrej Spitzer
  • Yakov Springer
  • Moshe (Muni) Weinberg
Wir sind Geschichte - ein ntv Podcast

In "Wir sind Geschichte" steuert Moritz Harms seinen Zeitreisebus in zehn Episoden über die interessantesten Routen, die unser historisches Straßennetz zu bieten hat. Die Olympischen Spiele in Deutschland, Feminismus, politische Attentate, das atomare Wettrüsten und vieles mehr. "Wir sind Geschichte" - der ntv History-Podcast erscheint ab 1. April jeden Freitag in der ntv App und überall, wo es Podcasts gibt: Audio Now, Amazon Music, Apple Podcasts, Google Podcasts und Spotify. Mit dem RSS-Feed auch in anderen Apps.

Quelle: ntv.de, chr/jhe

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