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Auch ohne deutsche Erlaubnis Polen deutet "Leopard"-Lieferung an

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Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki macht Druck auf Deutschland.

(Foto: picture alliance/dpa)

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Deutschland und die USA debattieren noch immer über die Lieferung von Kampfpanzern in die Ukraine. Polen zeigt für die langwierigen Überlegungen nur wenig Verständnis. Ministerpräsident Morawiecki mahnt zur Eile, sonst müsse Polen "selbst das Richtige tun".

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat angedeutet, dass Polen "Leopard"-Panzer an die Ukraine liefern könnte, ohne auf eine deutsche Genehmigung zu warten. In einem TV-Interview mit dem Sender Polsat News sagte er am Mittwochabend nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP: "Die Zustimmung ist hier zweitrangig. Wir werden entweder schnell eine Einigung erzielen, oder wir werden selbst das Richtige tun" - mit der Ukraine und "unseren Partnern in Westeuropa", dass die Panzer geliefert werden.

Man werde Deutschland daher weiterhin zu einer schnellen Zustimmung drängen. Für langes Warten sei aber keine Zeit, weil Russland offensichtlich für Februar eine neue Offensive vorbereite.

Kritik am Vorgehen Deutschlands kam auch aus Kiew. Der Chef des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, hat vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein noch einmal auf die Lieferung von Panzern gedrängt. "Die Frage der Panzer für die Ukraine sollte so schnell wie möglich geklärt werden", schrieb Jermak beim Nachrichtendienst Telegram. Das gelte ebenso für zusätzliche Flugabwehrsysteme. "Wir haben keine Zeit, die Welt hat diese Zeit auch nicht", unterstrich der 51-Jährige. Zögern koste ukrainische Menschenleben.

Medwedew droht mit Atomwaffen

Am Freitag soll auf einem US-geführten Treffen in Ramstein über weitere Waffenlieferungen für die vor knapp elf Monaten von Russland angegriffene Ukraine entschieden werden. Vor dem Treffen hat Russlands ehemaliger Präsident Dmitri Medwedew noch einmal Atomdrohungen erneuert.

"Keinem dieser Elenden kommt in den Kopf, die nächste elementare Schlussfolgerung zu ziehen: Die Niederlage einer Atommacht in einem konventionellen Krieg kann den Beginn eines Atomkriegs nach sich ziehen", drohte Medwedew in seinem Telegramkanal. Atommächte verlören keine großen Konflikte, sagt der 57-jährige Stellvertreter von Kremlchef Wladimir Putin im russischen nationalen Sicherheitsrat.

Quelle: ntv.de, vmi/dpa

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