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"Early Voting" beginnt Politiker: Moskau stört US-Wahl

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Donald Trumps Wahlkampfteam ist weniger gut organisiert als das seiner Konkurrentin Hillary Clinton.

(Foto: AP)

Die US-Präsidentschaftswahl findet am 8. November statt? Falsch, sie beginnt heute schon mit dem "Early Voting". Politiker des Kongresses warnen vor einem "ernsthaften und konzertierten Versuch" russischer Geheimdienste, die Wahl zu beeinflussen.

In den USA beginnt an diesem Freitag in Minnesota, South Dakota oder Vermont die Präsidentschaftswahl, das so genannte "Early Voting". In einem kleinen Bezirk Wisconsins läuft es schon. 37 Bundesstaaten und die Hauptstadt werden in den kommenden Wochen die frühe persönliche Stimmabgabe oder Briefwahl erlauben. Darunter sind auch gewichtige Schlüsselstaaten wie Arizona, Ohio, North Carolina und Florida.

Zwei demokratische US-Kongressmitglieder sehen in jüngsten Cyberangriffen Hinweise darauf, dass Russland möglicherweise die Wahl stören will. Die Senatorin Dianne Feinstein und der Abgeordnete Adam Schiff erklärten, sie seien "auf der Basis von Briefings zu dem Schluss gelangt, dass die russischen Geheimdienste einen ernsthaften und konzertierten Versuch unternehmen, die US-Wahl zu beeinflussen".

Diese "Manöver" seien mindestens dazu gedacht, Zweifel an der Sicherheit der Wahlen zu säen, fuhren die Demokraten fort. Außerdem könne die Absicht der Russen durchaus auch sein, "die Wahlergebnisse zu beeinflussen - wir sehen keine anderen Gründe für das Verhalten der Russen". Feinstein und Schiff sind jeweils Mitglieder der Geheimdienstausschüsse der Parlamentskammern.

Vorteil für Clinton?

Bei der letzten Wahl 2012 gab ein Drittel aller Wähler in den USA seine Stimme vor dem eigentlichen Wahltermin ab, 2016 könnten es noch mehr werden. Das kann sich durchaus auf den Wahlausgang auswirken, erheben die Parteien in diesen Staaten doch eigene, interne Umfragen. Fachausdruck: "die Oktoberüberraschung". 2012 war Barack Obama nach Angaben der "New York Times" so in der Lage, früh seinen großen Vorsprung in den wichtigen Staaten Iowa und Nevada einzupreisen. Sofort zog er dort Personal ab, warf es auf andere, umkämpftere Staaten.

Insgesamt ist in 38 der 50 Bundesstaaten eine Stimmabgabe vor dem eigentlichen Wahltermin am 8. November zulässig. In einigen Fällen geschieht dies per Briefwahl, in anderen in früher geöffneten Wahllokalen. Experten zufolge könnte der Trend ein Vorteil für Clinton sein, deren Wahlkampfteam als besser aufgestellt gilt. In jüngsten Umfragen liegen die Kandidaten eng beieinander. Da Clintons Organisationsgrad den des Konkurrenten Donald Trump um ein Vielfaches übertrifft, wäre sie in der Lage, Heerscharen von Wahlkämpfern in kritische Staaten zu verschieben.

Wer in den USA an der Präsidentenwahl teilnehmen will, muss oft viele Hürden, Schwellen, Schwierigkeiten überwinden. "Wir müssen zutiefst besorgt sein. Die USA sind eines der Industrieländer mit der weltweit niedrigsten Wahlbeteiligung: Nummer 31 von 34 Ländern", sagt Bürgerrechtsanwältin Kristen Clarke: "Vor dieser Wahl haben 17 Bundesstaaten Regeln erlassen, die es Minderheiten schwer machen."

Quelle: n-tv.de, rpe/AFP/dpa/rts

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