Politik

Unterstützung des Einzelhandels Politiker fordern früheres Weihnachtsgeld

Sollten wir uns jetzt schon Gedanken um die Weihnachtseinkäufe machen? Wenn es nach einigen Politikern geht, dann schon. Aus Sorge vor einem zweiten Lockdown schlagen Vertreter mehrerer Parteien eine frühere Auszahlung von Weihnachtsgeld vor. Der Handelsverband reagiert darauf zurückhaltend.

Zur Stärkung des Einzelhandels und Entzerrung der Weihnachtseinkäufe fordern mehrere Politiker, Weihnachtsgeld-Zahlungen vorzuziehen. "Wir müssen den Einzelhandel jetzt unterstützen. Deshalb appelliere ich an Firmen, das Weihnachtsgeld schon mit dem Oktobergehalt auszuzahlen", sagte der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionschef Christian Baldauf der "Bild"-Zeitung.

Dann könnten viele Menschen ihre Weihnachtseinkäufe schon in den nächsten Wochen erledigen und der Handel müsste sich dann "vor einem hoffentlich vermeidbaren zweiten Lockdown vor Weihnachten nicht ganz so stark fürchten", argumentierte Baldauf, der auch Spitzenkandidat der CDU Rheinland-Pfalz für die Landtagswahl 2021 ist.

Ähnlich äußerte sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post. Vorgezogene Weihnachtsgeldauszahlungen würde die Lage in den Einkaufszonen im Weihnachtsgeschäft entspannen und wären eine große Hilfe für den stationären Einzelhandel, sagte Post "Bild". FDP-Fraktionsvize Michael Theurer sagte der Zeitung: "Bevor das Ganze bei anonymen Online-Riesen landet, wäre es großartig, wenn die Unternehmen, die trotz Corona noch Weihnachtsgeld zahlen können, dessen Auszahlung vorziehen."

Handelsverband fordert Überbrückungshilfen

Der Handelsverband Deutschland regiert zurückhaltend auf die Vorschläge. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte auf Anfrage: "Wir begrüßen alle Maßnahmen, die unseren Innenstadt-Einzelhändlern helfen, durch diese Corona-Krise zu kommen. Eine vorgezogene Auszahlung des Weihnachtsgeldes hilft wahrscheinlich den Geschäften in der Innenstadt jedoch nur in sehr geringem Umfang. Leider meiden viele Kunden zurzeit den Einkaufsbummel, weil sie in Corona-Zeiten möglichst wenigen Menschen begegnen wollen."

Zudem sei zurzeit die Sparquote sehr hoch. Viele Verbraucher hielten ihr Geld angesichts unsicherer Zukunftsperspektiven lieber zusammen, so Genth. "Für die in Not geratenen Händler wären deshalb direkte Hilfszahlungen wie mit den staatlichen Überbrückungshilfen, die unbedingt verlängert werden müssen, zielführender."

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier plant, die bisher bis zum Jahresende laufenden Überbrückungshilfen für coronabedingt besonders hart getroffene Firmen um ein halbes Jahr bis zum 30. Juni 2021 zu verlängern.

Quelle: ntv.de, hek/dpa