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Beim G20-Gipfel waren 20.000 Beamte aus ganz Deutschland im Einsatz.
Beim G20-Gipfel waren 20.000 Beamte aus ganz Deutschland im Einsatz.(Foto: picture alliance / Boris Roessle)
Mittwoch, 06. September 2017

Fehlverhalten beim G20-Gipfel: Polizei ermittelt gegen 95 Beamte

Der G20-Gipfel sorgt in Hamburg für die schwersten Ausschreitungen seit Jahren. Doch nicht nur linksextreme Randalierer setzen Gewalt ein, auch viele Polizisten überschreiten anscheinend die Grenzen des Erlaubten.

Zwei Monate nach dem G20-Gipfel in Hamburg laufen 95 interne Ermittlungsverfahren gegen Polizisten wegen möglicher Straftaten. So werde gegen 78 Beamte wegen Körperverletzung im Amt ermittelt, heißt es in einem Vorabbericht der "Zeit". In sieben weiteren Fällen gehe es um Nötigung, in drei Fällen um Strafvereitelung im Amt. Jeweils zwei Fälle sollen den Tatbestand der Beleidigung und der Verletzung des Dienstgeheimnisses betreffen. In einem Fall werde wegen Bedrohung ermittelt. Ein weiterer Fall wegen sexueller Belästigung beziehe sich auf das Verhalten eines Polizisten in seiner Freizeit.

Ein Sprecher der Innenbehörde bestätigte die Zahlen auf Nachfrage. Auf der anderen Seite sind nach seinen Angaben bei der Sonderkommission "Schwarzer Block" im Zusammenhang mit den Krawallen am Rande des Treffens der Staats- und Regierungschefs noch mehr als 2000 Fälle anhängig. Die Staatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben 109 Ermittlungsverfahren gegen namentlich bekannte Teilnehmer der Proteste eingeleitet und weitere 64 gegen unbekannt.

"Allen Vorwürfen nachgehen"

Beim G20-Gipfel am 7. und 8. Juli waren mehr als 20.000 Beamte auf hunderte Randalierer aus der linksextremen Szene getroffen. Hamburgs Innensenator Andy Grote sagte der Zeitung: "Wir sind davon überzeugt, dass die G20-Ereignisse sehr ernsthaft aufgearbeitet werden müssen." Die eingesetzte Sonderkommission solle daher nicht nur strafbares Fehlverhalten von Polizisten aufklären, sondern allen Vorwürfen gegen Polizisten im Zusammenhang mit G20 nachgehen. Dazu werte sie auch Videos und Berichte im Internet aus.

Neben den 95 Ermittlungsverfahren gebe es hundert weitere sogenannte Prüffälle. Dabei sollen sich Polizisten nach erster Einschätzung zwar nicht strafbar gemacht haben, aber dennoch auffällig geworden sein. Auch in diesen Fällen werde ermittelt.

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Quelle: n-tv.de

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