Politik

Brände in Flüchtlingsunterkünften Polizei geht von Anschlag aus

3rlh5738.jpg3524896868248914278.jpg

Die abgebrannte Flüchtlingsunterkunft in Rottenburg.

(Foto: dpa)

Wieder einmal brennt es in zwei Flüchtlingsunterkünften in Deutschland. Mehrere Bewohner werden verletzt und müssen ins Krankenhaus. Für die Polizei steht fest: Zumindest auf das Heim in Thüringen wurde ein Anschlag verübt.

Auf eine mögliche Asylbewerberunterkunft im thüringischen Ebeleben ist ein Brandanschlag verübt worden. Ein technischer Defekt könne ausgeschlossen werden, sagte eine Polizeisprecherin in Nordhausen. Am Montagmorgen waren gegen 3.30 Uhr im Ortsteil Rockensußra die Dachstühle von drei Wohnblöcken in Flammen aufgegangen. Die Ermittler gehen von einem politisch motivierten Brandanschlag aus. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Liveticker.

Entgegen ersten Angaben der Polizei ist noch nicht endgültig entschieden worden, ob die Wohnblöcke als Domizil für Flüchtlinge genutzt werden. Zunächst hatte es geheißen, die Häuser würden derzeit saniert, um dort Asylsuchende unterzubringen. Dies stimme nicht, sagte ein Polizeisprecher wenig später.

Mehrere Ortsfeuerwehren waren im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Am Morgen dauerten die Löscharbeiten noch an. Der Landkreis will an diesem Montag nach Angaben der Polizei auf einer Pressekonferenz weitere Informationen bekanntgeben.

Brand auch in Rottenburg

In der Nacht brannte auch eine Unterkunft für Asylbewerber in Rottenburg im Landkreis Tübingen. Dabei wurden sechs Bewohner verletzt. Vier von ihnen kamen ins Krankenhaus, wie eine Polizeisprecherin sagte. Drei Menschen hatten Rauchgas eingeatmet. Drei Bewohner verletzten sich, als sie aus dem Fenster sprangen oder kletterten.

Der Brand war gegen zwei Uhr gemeldet worden. Wie es zu dem Feuer kommen konnte, ist noch unklar. Das müssten die weiteren Ermittlungen zeigen, sagte die Sprecherin der Polizei.

In dem Wohncontainerdorf hatten mehr als 80 Asylbewerber gewohnt. Etwa die Hälfte der 56 Wohncontainer geriet in Brand, auch die übrigen sind infolge des Feuers unbewohnbar. Die Asylbewerber wurden mit Bussen in die Festhalle von Rottenburg gebracht, wo das Deutsche Rote Kreuz die Menschen versorgte.

In den vergangenen Wochen waren in verschiedenen Teilen Deutschlands immer wieder Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt worden. Im August hatten Unbekannte ein Feuer in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Weissach im Tal gelegt. Im Juli brannte die geplante Asylbewerberunterkunft in Remchingen ab. Sie soll wieder aufgebaut werden.

Erst in der Nacht zum Sonntag hatte es erneut einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft gegeben. Unbekannte warfen eine Rauchbombe in die Hofanlage eines Hauses in Neckargemünd, in dem unter anderem rund 50 Flüchtlinge untergebracht sind. Die Polizei schließt auch hier einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP