Politik

Razzia in Panama-Kanzlei Polizei stellt geschredderte Dokumente sicher

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Von außen ist das Haus nicht als Kanzlei zu identifizieren.

(Foto: REUTERS)

Bereits zum zweiten Mal durchsucht die Polizei ein Büro der Kanzlei Mossack Fonseca. Ermittler stoßen auf tütenweise vernichtete Dokumente. Die Kanzlei erklärt, dabei handele es sich um Material, das fürs Altpapier bestimmt sei.

Drei Wochen nach der Veröffentlichung der "Panama Papers" haben die Ermittler erneut ein Büro der im Fokus stehenden Kanzlei Mossack Fonseca durchsucht. Dabei wurden diverse Tüten mit geschredderten Dokumenten sichergestellt, sagte der leitende Staatsanwalt Javier Caraballo. Es ist die zweite Razzia nach der umfangreichen Durchsuchung am 12. April.

Das durchsuchte Haus liegt nahe der Altstadt und ist von außen nicht als Teil der Kanzlei zu identifizieren. Wie die Zeitung "La Prensa" berichtete, ließ Mossack Fonseca erklären, das von der Staatsanwaltschaft mitgenommene Material sei "bestimmt für das Recycling, das ist eine übliche Praxis in dem Unternehmen".

Nach einjähriger gemeinsamer Recherche hatten Anfang April Dutzende Medien weltweit über gut 200.000 Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Unternehmen wurden zum Teil von Mossack Fonseca gegründet. Die panamaische Kanzlei bestreitet, in illegale Geschäfte verwickelt zu sein. Die federführend an den Recherchen beteiligte "Süddeutsche Zeitung" hatte 2,6 Terabyte an Daten von einer anonymen Quelle zugespielt bekommen - Mossack Fonseca geht davon aus, Opfer eines Hackerangriffs geworden zu sein, und hat Strafantrag gestellt.

An sich ist es legal, Vermögen in solchen Unternehmen zu haben - solange es ordnungsgemäß versteuert wird. Die Veröffentlichungen haben den Druck auf Panama massiv erhöht. Das Land will nun beim automatischen Informationsaustausch zu Steuerfragen und Finanzdaten mitmachen.

Die EU-Kommission hat zudem vorgeschlagen, dass multinationale Unternehmen ihre Steuerzahlungen nicht nur den Behörden, sondern auch der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen sollen, um Steuervermeidungspraktiken einzudämmen

Quelle: n-tv.de, jki/dpa

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