Politik

Keine Tritte gegen Kopf zu sehen Polizei veröffentlicht Video von Magnitz-Überfall

Auf der Suche nach den Tätern, die den Bremer AfD-Chef niedergeschlagen haben, veröffentlicht die Polizei ein Video, das die Tat zeigt. Zu sehen sind drei Männer, die Magnitz überfallen. Für Hinweise lobt die Polizei eine Belohnung von 3000 Euro aus.

Nach dem Angriff auf den Bremer AfD-Chef Frank Magnitz haben Polizei und Staatsanwaltschaft im Rahmen ihrer öffentlichen Täterfahndung ein Video veröffentlicht, das die Attacke zeigt. Das Video war nach Angaben der Polizei von zwei Überwachungskameras in dem Fußgängerdurchgang aufgezeichnet worden, in dem sich der Angriff auf Magnitz ereignete. Für Hinweise, die zur Ergreifung und rechtskräftigen Verurteilung der Täter führen, lobte die Staatsanwaltschaft Bremen eine Belohnung von 3000 Euro aus.

Auf den Aufnahmen vom Montagabend ist zu sehen, wie Magnitz von einem Mann mit Kapuze von hinten umgerannt und dabei mit dem Ellenbogen offenbar am Kopf getroffen wird. Der Täter gehört zu einer Gruppe von drei Männern.

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Magnitz, der beide Hände in den Manteltaschen hat, stürzt nach der Attacke zu Boden und schlägt mit dem Kopf auf. Danach ist zu sehen, wie die Täter flüchten. Auf den veröffentlichten Videosequenzen ist kein Schlaggegenstand deutlich zu sehen. Ebenfalls nicht zu sehen ist, dass auf den verletzten und am Boden liegenden 66-jährigen Politiker eingetreten wird.

Mit der gerichtlich genehmigten Veröffentlichung des Tatvideos untermauern die Ermittler auch ihre Darstellung des Ablaufs. Anders als die Polizei hatte die Bremer AfD einige Stunden nach dem Überfall in einer Pressemitteilung geschrieben, die Täter hätten Magnitz mit einem Kantholz bewusstlos geschlagen und dann gegen Magnitz' Kopf getreten, als dieser am Boden gelegen habe.

Handwerker dementiert AfD-Darstellung

Inzwischen relativierte aber auch die Bremer AfD ihre Darstellung. Diese sei aufgrund von Schilderungen zustande gekommen, die Magnitz kurz nach dem Überfall im Krankenhaus abgegeben habe, teilte sie am Mittwoch mit. Dieser habe sich dabei wiederum auf einen Handwerker berufen, der als Zeuge am Tatort gewesen sei.

Nach Angaben der Polizei hatten zwei Handwerker, die in der Nähe ihren Wagen beluden und auch auf dem Video zu sehen sind, den am Boden liegenden Magnitz unmittelbar nach der Attacke bemerkt und Hilfe geholt. Im Interview mit dem "Spiegel" betonte einer dieser Zeugen, sie hätten die eigentliche Tat nicht beobachtet. Er habe lediglich die Schreie von Magnitz gehört und diesem erste Hilfe geleistet, berichtete er dem Magazin.

Magnitz war bei der Attacke vom Montagabend verletzt worden, Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von politischen Motiven aus. Der Angriff auf Magnitz hatte parteiübergreifend für Empörung gesorgt und Warnungen vor einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft laut werden lassen. Kurzzeitig war der Polizei zufolge im Internet ein Bekennerschreiben einer in Bremen bislang nicht in Erscheinung getretenen Gruppe namens "Antifaschistischer Frühling" aufgetaucht. Die Beamten, die wegen gefährlicher Körperverletzung ermitteln, prüfen dessen Echtheit.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa/AFP