Politik

WM-Flitzer im Krankenhaus Pussy-Riot-Mitglied womöglich vergiftet

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Pussy-Riot-Mitglied Pjotr Wersilow ist möglicherweise vergiftet worden.

(Foto: REUTERS)

Ein Mitglied der russischen Polit-Punkband Pussy Riot wird in ein Moskauer Krankenhaus eingeliefert. Wersilow verliert innerhalb kurzer Zeit sein Seh-, Sprech- und Bewegungsvermögen. Seine Freunde befürchten eine Vergiftung.

Ein Mitglied der russischen Polit-Punkband Pussy Riot ist nach deren Darstellung wegen einer möglichen Vergiftung in ein Moskauer Krankenhaus gebracht worden. "Sein Leben ist in Gefahr. Wir glauben, er wurde vergiftet", teilte die Gruppe auf Facebook mit. Pjotr Wersilow habe nach einem Gerichtstermin vor zwei Tagen kaum noch sehen, sprechen oder sich bewegen können, sagte ein weiteres Mitglied der Internetzeitung "Meduza". Er habe auch das Bewusstsein verloren. Eine offizielle Bestätigung des Krankenhauses gibt es bislang nicht.

Wersilows Lebensgefährtin, Veronika Nikulschina, berichtete "Meduza", ihr Freund habe kurz nach einer Gerichtsverhandlung am Dienstag angefangen, sich unwohl zu fühlen. Innerhalb weniger Stunden habe Wersilow zunächst sein Sehvermögen verloren, kurz darauf habe er nicht mehr sprechen und sich dann auch nicht mehr bewegen können. Beim Eintreffen der Rettungskräfte habe er sich bereits vor Schmerzen gekrümmt, so Nikulshina.

Eine erste Untersuchung habe wohl keine Ergebnisse geliefert, Wersilow sei aber noch in der Nacht in die toxikologische Abteilung des Moskauer Bakruschin-Krankenhauses verlegt worden. Seitdem habe man ihr nähere Auskünfte mit Verweis auf ihren Status als Lebensgefährtin verweigert, berichtet Nikulschina.

Pussy Riot ist mit spektakulären Aktionen gegen Justizwillkür und Korruption weltweit bekannt geworden. Wersilows Ex-Frau, Nadjeschda Tolokonnikowa, wurde 2012 wegen einer Protestaktion in einer Kirche zu einer Haftstrafe verurteilt. Wersilow selbst lief beim Finalspiel der Fußball-WM mit drei anderen Mitgliedern in Uniformen auf das Feld, um unter anderem gegen Polizeigewalt zu demonstrieren. Er wurde daraufhin zu einer mehrwöchigen Arreststrafe verurteilt.

Quelle: ntv.de, psa/dpa

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