Politik

Petersburger WirtschaftsforumPutin-Vertraute präsentieren "bestes Szenario" für Russland - mit Atomschlag

04.06.2026, 19:04 Uhr
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Dugin (l.) und Malofejew (r.) wollen Russland zur Garantiemacht "weltweiter Sicherheit und Gerechtigkeit" machen (Archivbild). (Foto: IMAGO/Russian Look)

Russland inszeniert sich beim Petersburger Wirtschaftsforum als ungebrochene Großmacht. Bei einem Panel präsentieren einflussreiche Kreml-nahe Akteure Szenarien, wie sich die Zukunft des Landes entwickeln könnte. Das "gute" sieht den Zusammenbruch der EU vor - und den Einsatz von Atomwaffen. 

Konstantin Malofejew, einflussreicher russischer Oligarch und Gründer des ultrakonservativen Kreml-nahen Fernsehsenders Tsargrad TV, hat beim Petersburger Wirtschaftsforum drei Szenarien für Russlands Zukunft vorgestellt. Das "beste Szenario" sieht demnach den Einsatz von Atomwaffen, den Zusammenbruch der Europäischen Union, die Einnahme von Kiew, Odessa und Charkiw sowie die vollständige Unterwerfung der Ukraine vor - und bis 2050 die Rolle Russlands als Garant "weltweiter Sicherheit und Gerechtigkeit" in einem eigenen eurasischen Machtblock.

Die Präsentation, die er beim Wirtschaftsforum vorgestellt hat, erarbeitete Malofejew gemeinsam mit Alexander Dugin - dem ultranationalistischen Philosophen und Vordenker des russischen Imperialismus, der als ideologischer Wegbereiter von Wladimir Putins Kriegspolitik gilt - sowie dem Gouverneur der Oblast Wologda, Georgi Filimonow.

Das "schlechte Szenario" sieht laut Malofejew eine Niederlage gegen die Ukraine, den Nato-Beitritt der Ukraine und bis 2050 die vollständige "Kolonisierung" Russlands sowie die Schaffung eines "Militärblocks auf der Grundlage der Europäischen Union" vor. Bei einem "Status-quo-Szenario" werde der Konflikt mit der Ukraine eingefroren. Bis 2050 würde Malofejew zufolge die Nato zusammenbrechen; für Russland bedeute dieses Szenario "zunehmende Bedrohung der Vernichtung" und eine "Hegemonie der USA oder Chinas".

Malofjew, dessen Privatvermögen auf rund zwei Milliarden Dollar geschätzt wird, bezeichnet sich selbst als "orthodoxen Monarchisten" und sieht die Ukraine als "künstliches Gebilde auf den Ruinen des russischen Imperiums". Er finanziert nach ukrainischen Angaben prorussische Separatisten in der Ostukraine, steht auf EU- und US-Sanktionslisten und unterhält laut Berichten eine eigene Privatarmee. In Deutschland pflegt er Kontakte zur AfD - 2015 lud er den AfD-Politiker Alexander Gauland auf Kosten seiner Stiftung nach Sankt Petersburg ein.

Malofjew ist seit September 2024 mit Maria Lwowa-Belowa verheiratet - Russlands Kinderrechtsbeauftragter, gegen die der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl wegen der mutmaßlichen Deportation ukrainischer Kinder ausgestellt hat.

Das Wirtschaftsforum dient Russland als Bühne, um trotz mehr als vier Jahren Angriffskrieg gegen die Ukraine und westlicher Sanktionen wirtschaftliche Stärke zu demonstrieren - obwohl das Wachstum zuletzt eingebrochen ist. Putin ist Gastgeber der Veranstaltung, die noch bis Samstag läuft. Unter den Teilnehmern sind auch einige westliche Unternehmer sowie AfD-Politiker - obwohl das Auswärtige Amt von der Reise abgeraten hatte. Die deutsch-russische Auslandshandelskammer richtet erstmals seit Kriegsbeginn wieder eine eigene Veranstaltung aus.

Quelle: ntv.de, uzh

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