Verbindungen nach Moskau?Putin-Vertrauter reagiert heftig auf Epstein-Vorwürfe

Die Verstrickungen um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ziehen immer weitere Kreise. In den veröffentlichten Akten tauchen die Namen von Prominenten, Mitgliedern von Königshäusern und Politikern auf. Polen vermutet eine Verbindung zu Moskau und erzürnt damit den Kreml.
Der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin, Kirill Dmitrijew, hat Verdächtigungen einer Verstrickung des russischen Geheimdienstes in den Epstein-Skandal als Lüge zurückgewiesen. "Die verzweifelten, verkommenen und verlogenen linken Eliten verfallen in Panik und versuchen, in die Irre zu führen", schrieb er bei X. Die Welt sei der Lügen "satanistischer liberaler Eliten" aber überdrüssig und durchschaue sie. Damit kommentierte er Vermutungen des polnischen Regierungschefs Donald Tusk, dass der Sexualstraftäter Jeffrey Epstein Verbindungen zum russischen Geheimdienst hatte.
Während Dmitrijew Vermutungen über eine Spur nach Russland zurückwies, spekulierte er in anderen Posts bei X über Verbindungen Epsteins unter anderem zum Nobelpreiskomitee. Der Mann, der dafür verantwortlich gewesen sei, dass US-Präsident Barack Obama 2009 überraschend den Friedensnobelpreis zuerkannt bekam, sei häufig Gast bei Epstein gewesen, behauptete er. Auch hinter dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch 2014 meint er eine Spur zu Epstein zu erkennen.
Epstein hatte über Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende Mädchen und junge Frauen zum Opfer fielen. 2019 starb er in Haft. Dmitrijew ist Russlands Chefunterhändler bei den Gesprächen mit den USA. Dem Vernehmen nach hat er gute Beziehungen zum Sondergesandten Donald Trumps, Steve Witkoff, aufgebaut.
Der Epstein-Skandal belastet seit Monaten das Weiße Haus. Zuletzt hat US-Präsident Donald Trump erneut eine Journalistin nach einer Frage zu den Epstein-Akten beleidigt. Trump forderte daraufhin, das Thema Epstein abzuhaken. "Ich denke, es ist jetzt an der Zeit, dass sich das Land vielleicht anderen Themen zuwendet, wie zum Beispiel dem Gesundheitswesen oder anderen Themen, die den Menschen am Herzen liegen", sagte Trump zu den Journalisten.
Am Freitag waren zahlreiche weitere Dokumente aus den Epstein-Akten freigegeben worden, wodurch immer neue Kontakte des Sexualstraftäters publik wurden. So taucht laut norwegischen Medien hunderte Male der Name von Kronprinzessin Mette-Marit in den neuen Akten auf. Auch der Name des früheren französischen Kultur- und Bildungsministers Jack Lang kommt in den neuen Epstein-Akten vor. Der britische Premierminister Keir Starmer ordnete eine Untersuchung zu den Kontakten des früheren britischen Botschafters in den USA, Peter Mandelson, zu Epstein an.