Politik

"Darf niemals begonnen werden" Putin: Moskau wird keinen Atomkrieg starten

"Wir gehen davon aus, dass es in einem Atomkrieg keine Sieger geben kann und er niemals begonnen werden darf", schreibt Präsident Wladimir Putin.

(Foto: IMAGO/SNA)

Zu Beginn des Ukraine-Kriegs versetzt der Kreml-Chef die eigenen Nuklearstreitkräfte in Alarmbereitschaft. Die USA, Großbritannien und Frankreich werfen Russland eine "gefährliche" Rhetorik zu Atomwaffen vor. Putin selbst hat nun betont, dass es bei einem Atomkrieg keine Gewinner gibt.

Trotz des Kriegs in der Ukraine hat Russland bekräftigt, keinen Atomkrieg starten zu wollen. "Wir gehen davon aus, dass es in einem Atomkrieg keine Sieger geben kann und er niemals begonnen werden darf", schrieb Präsident Wladimir Putin in einem heute auf der Webseite des Kreml veröffentlichten Grußwort an die Teilnehmer der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York.

Damit trat er einer seit Kriegsbeginn wachsenden Befürchtung entgegen, dass Moskau in der Ukraine womöglich Atomwaffen einsetzen könnte. Die USA, Großbritannien und Frankreich warfen indessen Russland aus Anlass der UN-Konferenz in einer gemeinsamen Erklärung eine "unverantwortliche und gefährliche" Rhetorik über Atomwaffen vor. Frühere Äußerungen von Kremlchef Putin, wonach militärische Hilfe für die Ukraine beispiellose Folgen haben könne, seien "gefährliches nukleares Säbelrasseln", sagte US-Außenminister Blinken.

Kurz nach Beginn des russischen Militäreinsatzes in der Ukraine am 24. Februar hatte Putin nach russischen Angaben befohlen, die Atomstreitkräfte des Landes in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen. Putin drohte seither zudem mit Reaktionen "schnell wie der Blitz" im Fall einer direkten westlichen Militärintervention im Ukraine-Konflikt. Im Mai warnte der russische Journalist und Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow, die "Propagandakrieger" des Kreml versuchten, den Einsatz von Atomwaffen für die russische Öffentlichkeit akzeptabler zu machen. Russlands Führung hatte zuvor einen atomaren Erstschlag stets ausgeschlossen und Einsatzpläne lediglich für einen sogenannten Gegenschlag präsentiert, also die militärische Antwort auf einen Angriff.

Russland werde Atomwaffensperrvertrag weiterhin erfüllen

Nun betonte Putin, dass Russland seine Verpflichtungen als Gründungsmitglied des Atomwaffensperrvertrags erfülle und auch weiter erfüllen wolle. Zugleich forderte der Kremlchef "gleiche und unteilbare Sicherheit für alle Mitglieder der Weltgemeinschaft." Daneben sollten alle Länder, die die Bestimmungen des Sperrvertrags erfüllten, Zugang zur zivilen Nutzung der Atomkraft haben.

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Diese Forderung Putins zielte womöglich auf das zivile iranische Atomprogramm, das von Russland unterstützt wird. Schon Mitte Juli hatte der Kreml-Chef eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran gefordert. Russland ist der wichtigste Partner des Irans beim zivilen Atomprogramm. Teheran hat derweil signalisiert, definitiv ein Ende des Atomstreits und eine umfassende Einigung anzustreben.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 01. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, ysc/dpa/AFP

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