Politik

Jazenjuk: "Zeit ist abgelaufen" Putin behält Ostukraine als "Faustpfand"

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Russlands Präsident Putin: Hat er Größeres mit der Ukraine vor?

(Foto: picture alliance / dpa)

Pessimistisch äußert sich der ukrainische Premier Jazenjuk zur Zukunft seines Landes: Anders als den Nachbarländern, die nach der Wende zu starken Wirtschaftsmotoren geworden seien, verblieben der Ukraine "vielleicht noch zwei Jahre". Russlands Präsident Putin sei der Grund.

Der ukrainische Premierminister Arsenij Jazenjuk erwartet keine schnelle Lösung des Ukraine-Konflikts. Er gehe davon aus, dass der russische Präsident Wladimir Putin die Ostukraine als "Faustpfand" behalten wolle, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Die  Ukraine  sei für Putin ein "Aufmarschgebiet", um "weiter gegen den Westen zu kämpfen".

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Jazenjuk während seines Deutschlandbesuches: Kanzlerin Merkel mahnt Friedensplan an.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es gelte jetzt vor allem, so der Premi er mit Blick auf die Vereinbarung von Minsk, "den Vormarsch“ der Separatisten "aufzuhalten" und die "Trennlinie" zum Separatistengebiet zu sichern. Eine kurzfristige Lösung sei nicht in Sicht, im Gegenteil: "Ich will das offen sagen: Wir können das nicht schnell lösen."

"Unsere Zeit ist abgelaufen"

Der Premierminister bestätigte dem Blatt, dass er auf absehbare Zeit auch nicht davon ausgehe, dass die "besetzten Gebiete befreit" werden könnten. Auf die Frage, ob das bedeute, dass ein Teil der Ukraine zu einem Appendix werde, während man versuche, den Rest des Landes  zu stärken, antwortete Jazenjuk pessimistisch: "Indem man versucht, den Rest nicht noch mehr zu schwächen."

Der Politiker, der einer der Wortführer des Maidan-Aufstandes war und seit der Flucht von Ex-Präsident Viktor Janukowitsch nach Moskau als Ministerpräsident die Regierungsgeschäfte führt, distanzierte sich deutlich von Oligarchen wie Dmitro Firtasch und Igor Kolomojskij. Über Firtasch, dem die Auslieferung aus Österreich in die USA droht und der unter anderem mit einer "Agentur für die Modernisierung der Ukraine" versucht, Einfluss auf die ukrainische Politik zu nehmen, sagte Jazenjuk, wer das Gesetz breche, werde zur Verantwortung gezogen; gegen Firtasch liefen in der Ukraine Ermittlungen.

Kolomojskij, der auf Druck von Präsident Petro Poroschenko von seinem Amt als Gouverneur der Region Dnjepropetrowsk zurückgetreten war, rief er nach, es sei "der richtige Zeitpunkt" gewesen, um zu gehen. "Ich würde sagen, Herr Kolomojskij hat seinen Job gemacht." Der sei es gewesen, den Vormarsch der Separatisten in seiner Region aufzuhalten.

Jazenjuk äußerte sich desweiteren äußerst skeptisch über das Zeitfenster, das seinem Land für die begonnen, radikalen Reformen bleibe. "Unsere Zeit ist abgelaufen", sagte er. Anders als den Nachbarländern, die nach der Wende zu starken Wirtschaftsmotoren geworden seien, verblieben der Ukraine "vielleicht noch zwei Jahre".

Quelle: ntv.de, bad

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