Politik

"Lage ist nicht normal" Putin bietet EU bessere Beziehungen an

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Putin plädierte dafür, die "Phobien der Vergangenheit zu überwinden".

(Foto: AP)

Sanktionen wegen der Krim-Annexion und Proteste wegen des Umgangs mit der Opposition: Die Liste der Gründe für die teils massiven Verstimmungen zwischen Russland und dem Westen ist lang. Nun plädiert der Kreml für einen Neuanfang.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu besseren Beziehungen mit Europa bereit gezeigt. "Die gegenwärtige Lage ist nicht normal", sagte er in einem Video-Beitrag zu der Konferenz. Er rief zu einem "ehrlichen Dialog" zwischen Russland und Europa auf, um die angespannten Beziehungen zu verbessern. Es war das erste Mal seit 2009, dass Putin sich an dem Weltwirtschaftsforum beteiligte.

"Man muss die Phobien der Vergangenheit loswerden" und stattdessen in die Zukunft blicken sowie in eine "positive Phase unserer Beziehungen" eintreten, sagte Putin weiter. "Daran ist Russland interessiert und ich bin überzeugt, dass daran auch die europäischen Länder interessiert sind." Zwischen Russland und der EU gibt es tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten, etwa hinsichtlich des Ukraine-Konflikts und des Syrien-Kriegs. Konkrete Vorschläge, wie eine Verbesserung der Beziehungen erreicht werden könnte, machte Putin nicht.

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Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen sind derzeit vor allem wegen der Vergiftung des Kremlgegners Alexej Nawalny und dessen Inhaftierung in Moskau vor mehr als einer Woche angespannt. Mehrere europäische Politiker, darunter auch der deutsche Außenminister Heiko Maas, haben die sofortige Freilassung Nawalnys und seiner Unterstützer gefordert. Russland hingegen verbittet sich eine Einmischung in innere Angelegenheiten.

Erst am Wochenende hatten in zahlreichen Städten Russlands Zehntausende Menschen die Freilassung Nawalnys gefordert. Nawalnys Team fordert europäische Sanktionen gegen das Umfeld Putins. Wegen der Annexion der Halbinsel Krim durch Moskau im Jahr 2014 sind bereits EU-Sanktionen gegen Russland in Kraft. Zudem belasten mehrere weitere Vorfälle das Vertrauen zwischen Russland und dem Westen.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa