Politik

Streit um Kurilen-Inseln Putin bietet Japan "Friedensvertrag" an

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Internationale Abkommen regeln die Zugehörigkeit der Kurilen-Inseln - doch weder Japan noch Russland erkennen die unterschiedlichen Verträge an.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Seit 70 Jahren liegen Russland und Japan im Territorialstreit um die Inselgruppe der Kurilen. Nun nähern sich beide Nationen an. Der russische Präsident spricht von einem "Friedensvertrag" - und will bis Jahresende reinen Tisch machen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Japan angeboten, bis Ende des Jahres einen Friedensvertrag "ohne Vorbedingungen" zu schließen. "Lasst uns bis Ende des Jahres einen Friedensvertrag ohne jede Vorbedingungen abschließen", sagte Putin bei einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok, an dem auch der japanische Regierungschef Shinzo Abe teilnahm.

Die Sicherheit der Region habe laut Putin Vorrang und die militärischen Aktivitäten Japans hätten zuletzt für Unsicherheiten gesorgt. Im letzten Jahr hatte Japan die ballistische Raketenabwehr mit Radarsystemen aus den USA aufgerüstet. "Das ist alles Teil der Verhandlungen. Und wir verhandeln bereits seit 70 Jahren", erklärte Putin. Daraufhin hätte Abe angeboten, die Herangehenweise zu ändern. Auf Putins Angebot reagiert Abe zunächst nicht.

Zwischen Russland und Japan schwelt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein Konflikt um die Inselgruppe der Kurilen, die zum Kriegsende von der Sowjetunion besetzt wurde. Japan erhebt weiterhin Anspruch auf die vier südlichsten Inseln. Russland weist dies zurück und hatte seine Militärpräsenz auf den Kurilen zuletzt ausgebaut. Auf den felsigen Inseln leben rund 19.000 Russen. Die Kurilen liegen zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido im Pazifik.

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Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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