Politik

Stahlwerk Asowstal in Mariupol Putin lehnt freien Abzug von Kämpfern ab

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"Präsident (Wladimir Putin) hat es ganz klar gesagt: Die Zivilisten können gehen und zwar in jede Richtung, die Militärs müssen rauskommen und ihre Waffen niederlegen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Sowohl UN-Generalsekretär Guterres als auch Präsident Selenskyj hoffen darauf, dass Russland einem Flüchtlingskorridor für alle Eingeschlossenen aus dem umkämpften Stahlwerk Asowstal in Mariupol zustimmt. Nun erklärt ein Sprecher von Präsident Putin, dass dieser solche Gespräche ablehnt.

Russland hat die Forderung nach Verhandlungen über einen Korridor für alle Eingeschlossenen im Stahlwerk Asowstal in der umkämpften ukrainischen Hafenstadt Mariupol abgelehnt. "Präsident (Wladimir Putin) hat es ganz klar gesagt: Die Zivilisten können gehen und zwar in jede Richtung, die Militärs müssen rauskommen und ihre Waffen niederlegen", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Ihnen werde das Leben und medizinische Versorgung garantiert. Mehr aber nicht.

Einen freien Abzug will ihnen Moskau nicht gewähren. Es gebe kein Thema für Verhandlungen, betonte Peskow. Im Stahlwerk Asowstal sind nach ukrainischen Angaben neben Soldaten und Kämpfern des nationalistischen Asow-Regiments auch bis zu 1000 Zivilisten eingesperrt. Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach Gesprächen mit UN-Generalsekretär António Guterres erklärt, Kiew sei zu sofortigen Verhandlungen über einen humanitären Korridor aus dem Stahlwerk Asowstal bereit.

Guterres hatte mit Selenskyj über die Möglichkeiten für die Bildung eines solchen Flüchtlingskorridors gesprochen. "Mariupol ist eine Krise innerhalb einer Krise, Tausende Zivilisten brauchen lebensrettende Hilfe", sagte Guterres. Sie bräuchten eine Fluchtroute, um der "Apokalypse" zu entkommen. Der UN-Chef hatte Selenskyj berichtet, dass er bei seinem Gespräch mit Putin eine prinzipielle Zusage dafür bekommen hätte, dass die Vereinten Nationen beim Aufbau eines solchen Fluchtkorridors zusammen mit dem Roten Kreuz beteiligt würden.

Selenskyj erwartet von Russland "humane Haltung"

Nach dem Gespräch zeigte sich auch Selenskyj zunächst optimistisch. Nun glaube er daran, dass die Belagerung des Stahlwerks Azowstal beendet und in Mariupol ein "erfolgreiches Ergebnis" erzielt werden könne, sagte er laut der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian. "Wir erwarten von der Russischen Föderation eine humane Haltung gegenüber diesen Menschen."

In seiner abendlichen Videoansprache betonte Selenskyj anschließend noch einmal die Wichtigkeit des Besuchs von UN-Generalsekretär Antonio Guterres. "Es war sehr wichtig, dass der Generalsekretär Borodjanka in der Region Kiew besuchte und mit eigenen Augen sah, was die russischen Besatzer dort anrichteten. Es besteht kein Zweifel daran, dass die russische Armee in der Ukraine die Grundlagen der nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffenen Weltordnung mit Füßen getreten hat", so der Präsident.

Nach dem Abschluss der Gespräche mit Guterres seien insgesamt fünf Raketen auf Kiew abgeschossen worden. Dennoch glaube er, dass mithilfe der UN Evakuierungen in Mariupol möglich seien: "Aber wir brauchen auch die russische Seite, die ohne Zynismus an die Sache herangeht und das, was sie sagt, tatsächlich umsetzt."

Quelle: ntv.de, lve/dpa

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