Politik

Russlands Feinde im Hintergrund Putin sieht in Nawalny eine Marionette

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Die Massenproteste in Russland richten sich auch gegen Kremlchef Putin.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Die Demonstrationen von Nawalny-Anhängern in Russland stoßen Putin sauer auf. Für ihn ist der Oppositionelle nur ein machthungriger Mensch, den Russlands Gegner für ihre Zwecke benutzen. Unterdessen kündigen die Unterstützer des Kremlkritikers eine neue Protestform an.

Kremlchef Wladimir Putin sieht in den Demonstrationen für Kremlkritiker Alexej Nawalny einen Versuch von Russlands Gegnern, Unzufriedenheit in der Bevölkerung auszunutzen. "Diesen Statisten benutzen sie ausgerechnet jetzt. Ausgerechnet dann, wenn in allen Ländern der Welt - auch bei uns - Müdigkeit bei den Menschen aufkommt, angestauter Ärger, Unzufriedenheit (...)", sagte Putin bei einem Treffen mit Journalisten in der vergangenen Woche, das in Ausschnitten in der Nacht im Staatsfernsehen ausgestrahlt wurde.

"Unsere Opponenten oder potenziellen Gegner haben sich seit jeher (...) auf sehr ambitionierte, machthungrige Menschen gestützt und sie immer benutzt", sagte der russische Präsident.

Bei Massenprotesten hatten in den vergangenen Wochen Zehntausende Menschen in ganz Russland für die Freilassung des inhaftierten Oppositionellen Nawalny demonstriert. Nawalny war vor knapp zwei Wochen in einem international heftig kritisierten Prozess zu mehreren Jahren Straflager verurteilt worden. Ihm wird vorgeworfen, gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen zu haben, während er sich in Deutschland von einem Giftanschlag erholte.

Die Proteste, bei denen insgesamt mehr als 11.000 Menschen festgenommen wurden, richteten sich auch gegen Putin. Für diesen Sonntag haben Nawalnys Unterstützer eine neue Protestform angekündigt: Die Menschen in Russland sind aufgerufen, sich abends vor ihre Häuser zu stellen und einige Minuten lang Taschenlampen in die Höhe zu halten - als Zeichen der Solidarität mit Nawalny.

Die EU-Außenminister wollen im Zusammenhang mit der Inhaftierung Nawalnys am 22. Februar über weitere Sanktionen gegen Russland beraten. Wegen eines Giftanschlags auf den Kremlkritiker im August hatte die Europäische Union bereits im vergangenen Jahr Einreise- und Vermögenssperren gegen mutmaßliche Verantwortliche aus dem Umfeld Putins verhängt.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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