Politik

Neue US-Raketen in Europa? Putin warnt vor Eskalation im Rüstungsstreit

Wladimir Putin warnt die USA vor einer Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa. Man sei nicht an einer Konfrontation interessiert. Doch Washington solle sich genau das russische Arsenal ansehen.

Kremlchef Wladimir Putin hat die USA in seiner Rede an die Nation vor einem weiteren Konfrontationskurs gegenüber Russland und vor einem Rüstungswettlauf gewarnt. Washington solle sich gut genug die Schnelligkeit und die Reichweiten russischer Waffensysteme ansehen, ehe es über neue Rüstungsschritte entscheide, die Moskau als Bedrohung auffassen müsse. "Wir sind nicht an einer Konfrontation mit den USA interessiert", sagte der russische Präsident in Moskau vor Hunderten Politikern und Vertretern aus Wirtschaft, Kultur und Religion.

Russland werde mit seinen Raketen nicht nur mögliche Stationierungspunkte etwa in Polen oder Rumänien ins Visier nehmen, sondern auch die Zentralen jener Länder, in denen die Entscheidungen getroffen würden. "Die Antwort unseres Landes wird immer wirksam und effektiv sein", sagte er.

Putin kündigt Atom-U-Boot an

Putin kritisierte erneut den Ausstieg der USA aus dem INF-Abrüstungsvertrag, der den Besitz landgestützter atomarer Mittelstreckenwaffen mit Reichweiten zwischen 500 und 5500 Kilometern untersagt. "Das spitzt die internationale Sicherheitslage stark zu und führt zu ernsten Bedrohungen für Russland", sagte er. Dabei betonte der Kremlchef, dass sein Land gerüstet sei. Schon in diesem Frühjahr werde Russland das erste Atom-U-Boot mit dem unbemannten Waffensystem "Poseidon" zu Wasser lassen. "Die Arbeit läuft nach Plan", sagte er.

Es war Putins 15. Rede an die Nation, die sich zu einem kurzen Teil am Ende um die internationale Politik drehte. Schwerpunkte lagen in der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Putin versprach seinen Landsleuten eine steigende Lebensqualität in den kommenden Jahren.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa