Politik

Recherche über Luxus-Anwesen Putin weist Nawalnys Palast-Vorwürfe zurück

Recherchen des Kreml-Kritikers Nawalny sollen belegen, dass Russlands Präsident eine riesige Villa am Schwarzen Meer besitzt. Putin bestreitet, jemals im Besitz des Anwesens gewesen zu sein. Die Proteste von Nawalnys Anhängern am vergangenen Wochenende bezeichnet er unterdessen als "illegal".

Russlands Präsident Wladimir Putin hat Recherchen zu seinem angeblichen Luxus-Palast an der Schwarzmeer-Küste zurückgewiesen. "Nichts von dem, was hier als mein Besitz aufgeführt wird, gehört mir oder meinen engen Verwandten, und das hat es auch niemals", sagte Putin während eines Video-Gesprächs mit Studenten. Die Recherchen über das Anwesen hatte das Team des inhaftieren Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in einem Video veröffentlicht. Es soll angeblich Putin gehören und durch Bestechungsgelder finanziert worden sein. Das Anwesen soll demnach 39 Mal so groß sein wie Monaco und über ein Casino, eine Eisbahn und Weinberge verfügen. Etwa 7000 Hektar Land rund um den Palast seien im Besitz des Inlandsgeheimdienstes FSB, heißt es in dem Video. Der eigentliche Besitzer der Luxusvilla sei aber Putin.

Der Oppositionspolitiker Nawalny sitzt seit einer Woche in einem Hochsicherheitsgefängnis in Moskau in Haft. Er war in der russischen Hauptstadt unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Deutschland festgenommen worden, wo er nach einem Giftanschlag im August behandelt worden war. Am Samstag hatten in ganz Russland Zehntausende Menschen gegen Putin und für Nawalnys Freilassung demonstriert. Allein in Moskau versammelten sich nach Schätzungen von Reuters-Reportern rund 40.000 zu einer der größten Protestkundgebungen seit Jahren. Die Menschen forderten die Freilassung Nawalnys und hielten Plakate mit Aufschriften wie "Putin ist ein Dieb" in die Höhe. Nach Angaben der Beobachtergruppe OVD-Info nahm die Polizei mehr als 3400 Demonstranten fest.

Russland wirft USA Unterstützung der Proteste vor

Putin hat Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Anhänger von Oppositionspolitiker Alexej Nawalny zurückgewiesen. Die Demonstrationen seien illegal und gefährlich gewesen, sagte Putin in Moskau auf Fragen von Studenten. Niemand sollte mit illegalen Mitteln politische Interessen verfolgen. Für die Demonstrationen macht Russlands Regierung auch die USA verantwortlich. Washington habe die Oppositionsproteste unterstützt und sich in interne russische Angelegenheiten eingemischt. Vize-Außenminister Sergej Riabkow habe dem US-Botschafter John Sullivan Moskaus "starken Protest" gegen öffentliche Verlautbarungen Washingtons zu den Protesten mitgeteilt, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa laut russischen Nachrichtenagenturen.

Vorwürfe erhob Moskau demnach auch gegen US-Internetgiganten. Riabkow warf der US-Botschaft den Angaben zufolge vor, durch Beiträge auf ihren Internetseiten und in Online-Netzwerken "illegale Kundgebungen" in mehreren russischen Städten unterstützt zu haben. Moskau werde prüfen, inwiefern auch die großen US-Internetkonzerne an der "Einmischung der amerikanischen Seite" in russische Angelegenheiten beteiligt gewesen seien.

Trotz der Festnahme Tausender Menschen bei den Demonstrationen am Wochenende lässt die russische Opposition nicht locker: Verbündete von Kreml-Kritiker Nawalny haben für Sonntag zu erneuten Demonstrationen aufgerufen. "31. Januar, 12 Uhr. Alle Städte Russlands. Für Nawalnys Freilassung. Für die Freiheit aller. Für die Gerechtigkeit", twitterte der Nawalny-Vertraute Leonid Wolkow.

Quelle: ntv.de, jhe/AFP/rts