Politik

Protest gegen US-Atomwaffen Quäker brechen in Luftwaffenstützpunkt ein

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Nach unbestätigten Informationen lagern in Büchel im Kreis Cochem-Zell bis zu 20 US-Atomsprengköpfe.

picture alliance / Thomas Frey/d

Auf dem Gelände des Luftwaffenstützpunkts Büchel in der Eifel lagern angeblich die letzten 20 US-Atomsprengköpfe in Deutschland. Immer wieder gibt es dort Proteste. Einigen Friedensaktivisten gelingt es nun, in den Sicherheitsbereich einzubrechen.

Eine Gruppe von sieben Atomwaffengegnern ist auf den Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel eingedrungen. Sie durchschnitten nach Angaben der Bundeswehr den Kasernenzaun und gelangten in den Sicherheitsbereich. Die Friedensaktivisten wurden von Wachsoldaten festgenommen, überprüft und anschließend vom Gelände verwiesen. Gegen sie wurde eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr gestellt.

Die Teilnehmer der Protestaktion im Alter von 27 bis 78 Jahren gehörten nach eigenen Angaben zur Religionsgemeinschaft der Quäker sowie zur katholischen Organisation Pax Christi und dem Netzwerk Friedenssteuer. Auf dem Rollfeld hätten sie gesungen und mit Akkordeon und Flöte musiziert, außerdem Blumensamen gestreut und "die Startbahn für eine kurze Zeit in einen Ort des Lebens" verwandelt.

"Das Üben mit Atomwaffen ist illegal, da es gegen Völkerrecht verstößt", erklärte eine der Teilnehmerinnen nach einer Mitteilung der Gruppe. Auf einem vor dem Haupttor des Stützpunkts gezeigten Transparent der Quäker hieß es: "Hier üben deutsche Soldaten auf Natobefehl, US-Atombomben ins Ziel zu fliegen und abzuwerfen."

Nach unbestätigten Informationen lagern in Büchel im Kreis Cochem-Zell bis zu 20 US-Atomsprengköpfe - die mutmaßlich letzten in Deutschland. Im Frühjahr war eine Anwohnerin vor dem Bundesverfassungsgericht mit ihrer Beschwerde gegen die Stationierung von US-Atomwaffen auf dem Fliegerhorst gescheitert. Erst am 15. Juli war es 18 Aktivisten gelungen, den Zaun zu durschneiden und in den Sicherheitsbereich zu gelangen.

Quelle: n-tv.de, agr/dpa

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