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Aus Ägypten abgefeuert Rakete schlägt im Süden Israels ein

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Aus Furcht vor Anschlägen schloss Israel die Grenze zum Sinai nahe der Stadt Taba.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Einen Tag nach dem Anschlag auf zwei koptische Kirchen in Ägypten trifft eine Rakete israelischen Boden. Abgeschossen wurde sie vermutlich von Islamisten auf dem Sinai. Israels Regierung reagiert umgehend - und schließt den Grenzübergang zu der Halbinsel.

Wenige Stunden vor Beginn des jüdischen Pessach-Festes haben Unbekannte von der ägyptischen Sinai-Halbinsel aus eine Rakete auf Israel abgefeuert. Das Geschoss sei in ein Gewächshaus in der südisraelischen Region von Eschkol eingeschlagen, habe aber keinen größeren Schaden angerichtet, erklärte die israelische Armee. Auch Verletzte gab es demnach nicht.

Aus Furcht vor einem möglichen Terroranschlag hatte Israel bereits am Montagvormittag den Grenzübergang zum Sinai geschlossen. Die Grenze in Taba werde nur für Israelis geöffnet, die aus der einst beliebten Touristenregion zurückkehren wollten, teilte ein Sprecher des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit. Er rief seine Landsleute dazu auf, den Sinai sofort zu verlassen.

Der Grenzübergang verbindet das israelische Eilat am Roten Meer mit Taba in Ägypten. Er soll noch bis zum Ende des Pessach-Festes am 18. April geschlossen bleiben, hieß es. Mit dem Fest erinnert Juden traditionell an den Auszug der Israeliten aus Ägypten. Viele Israelis reisen zudem in den Pessach-Ferien auf den Sinai.

Erhöhtes Terrorrisiko nach Anschlägen

Zum Abschuss der Rakete bekannte sich zunächst niemand, doch auf dem Sinai ist eine Untergruppe des sogenannten Islamischen Staates (IS) aktiv. Die Terrormiliz hatte sich in der Vergangenheit wiederholt zu Raketenangriffen auf Israel bekannt. Am Vortag hatten Selbstmordattentäter bei zwei Anschlägen auf koptische Kirchen in Ägypten 44 Menschen getötet. Der IS hatte die Tat für sich reklamiert.

Auch das Auswärtige Amt wies auf das erhöhte Terrorrisiko für Ausländer in Ägypten hin. "Es besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen", teilte die Behörde mit. "Diese können sich auch gegen ausländische Ziele und Staatsbürger richten." Bei Reisen nach Ägypten einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer werde generell zu Vorsicht geraten.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP/dpa

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