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Verletzte nach Gaza-Angriff Rakete trifft Wohnhaus nahe Tel Aviv

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Das Haus in Mishmeret ist vollkommen zerstört.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vor zwei Wochen fliegen erstmals seit dem Gaza-Krieg wieder Raketen auf Tel Aviv. Nun heulen die Alarmsirenen erneut in der Nähe der israelischen Küstenmetropole: Ein Geschoss schlägt direkt in ein bewohntes Gebäude ein. Unter den Verletzten sind auch Kinder und Babys.

Ein Haus nordöstlich der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ist laut der Polizei direkt von einer Rakete getroffen worden. Dabei wurden in der Ortschaft Mischmeret nach Angaben von Sanitätern sieben Menschen verletzt, darunter auch Kinder. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, man habe einen Raketenabschuss aus dem Gazastreifen festgestellt. In der israelischen Gemeinschaftssiedlung habe es zuvor Raketenalarm gegeben.

Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom waren unter den Verletzten auch drei Kinder - ein Baby, ein dreijähriges Kleinkind und eine Zwölfjährige. Eine 60-jährige und eine 30-jährige Frau seien unter anderem durch Raketensplitter verletzt worden. Zudem würden einige Menschen wegen Schocks behandelt. Das beschossene Haus ging in Flammen auf. Die Polizei sperrte das Gebiet ab.

Als Antwort auf den Raketenangriff verlegte Israel weitere Truppen in die Nähe des Palästinensergebiets am Mittelmeer. Man wolle zwei Brigaden entsenden, Infanterie und Panzer, sagte die Armeesprecherin. Außerdem solle eine begrenzte Anzahl von Reservisten in verschiedenen Einheiten für spezifische Aufgaben einberufen werden. Auf die Frage, warum die israelische Raketenabwehr Iron Dome (Eisenkuppel) die Rakete nicht abgefangen hat, sagte die Sprecherin: "Iron Dome beschützt nur die Gebiete, in denen es aufgestellt ist." Mischmeret liegt rund 30 Kilometer nordöstlich der Küstenmetropole Tel Aviv. Die Entfernung zum Gazastreifen beträgt mehr als 100 Kilometer.

Gewaltsame Proteste nehmen wieder zu

Am 14. März hatte es den ersten palästinensischen Raketenangriff auf die Küstenmetropole Tel Aviv seit dem Gaza-Krieg 2014 gegeben. Daraufhin hatte Israels Luftwaffe rund 100 Ziele in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer bombardiert. Damals hieß es, die beiden Geschosse seien versehentlich aus dem Gazastreifen abgefeuert worden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll am Montagabend von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus empfangen werden. Der Konflikt mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatte sich zuletzt wieder verschärft. An der Grenze zu Israel kommt es wieder verstärkt zu teilweise gewaltsamen Protesten.

Am Sonntagabend hatten israelische Panzer nach Armeeangaben Hamas-Posten in dem Palästinensergebiet beschossen. Militante Palästinenser hätten zuvor Flugkörper mit Sprengsätzen nach Israel geschickt und Soldaten an der Grenze mit Sprengsätzen beworfen. Seit Beginn der Proteste vor einem Jahr sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums an der Gaza-Grenze mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden.

Die Demonstranten fordern unter anderem ein Ende der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer. Israel und Ägypten begründen die Blockade mit Sicherheitsinteressen. Die Hamas wird von der EU, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. In dem Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

Quelle: n-tv.de, hny/dpa

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