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Durchsuchungen in mehreren Städten Razzien bei radikalen Predigern

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(Foto: dpa)

Hinter der Radikalisierung junger Muslime stecken oft dubiose Prediger, denen juristisch nur schwer beizukommen ist. Mehr als 150 Polizisten sind auf Anweisung der Bundesanwaltschaft im Einsatz, um Beweise gegen Hintermänner des Terrors zu sichern.

Mit Razzien im mehreren Städten geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen und Niedersachen gegen mutmaßliche Islamisten vor. Laut einem Bericht der "WAZ" durchsuchten mehr als 150 Beamte Geschäfts- und Privaträume unter anderem in Duisburg, Dortmund, Düsseldorf und Hildesheim. Demzufolge richten sich die Ermittlungen gegen Prediger, die Kämpfer für den bewaffneten Kampf in Syrien und im Irak rekrutieren sollen. Die Durchsuchungen sollen Beweismittel sichern, um den Vorwurf der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland zu erhärten.

Sprecher der Polizei bestätigen die Durchsuchungen, nannten aber keine Einzelheiten. Die Razzien seien von der Bundesanwaltschaft veranlasst worden. Von dieser Seite war zunächst keine Bestätigung zu erhalten.

Laut der "WAZ" durchsuchten die Beamten des Staatsschutzes und der örtlichen Polizei in Duisburg das Reisebüro und die Wohnung des selbsternannten Imams Hasan C.. Er steht im Verdacht, unter anderem die beiden Jugendlichen radikalisiert zu haben, die im April einen Bombenanschlag auf den Essener Sikh-Tempel verübt haben sollen.

In Hildesheim richteten sich die Durchsuchungen demzufolge gegen Angehörige des Predigers Abu Walaa. Dessen "Deutschsprachiger Islamkreis" gilt als ein Zentrum der Salafistenszene in Deutschland. Gegen die Gruppe läuft derzeit ein Verbotsverfahren.

Erst war bekannt geworden, dass ein Spezialeinsatzkommando der Polizei in der Rheinland-Pfalz einen mutmaßlichen IS-Terroristen festgenommen hat. Der 24 Jahre alte Asylbewerber sei bereits am vergangenen Freitag in Mutterstadt aufgegriffen worden, teilte das Innenministerium in Düsseldorf mit. Zuvor hatte ein Zeuge in Nordrhein-Westfalen Hinweise auf eine mögliche Planung für einen islamistisch-motivierten Anschlag gegeben. Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei gebe es jedoch keine Hinweise auf eine konkrete Bedrohungslage. Anders als zunächst berichtet, handelt es sich laut Polizei bei dem Festgenommenen nicht um ein hochrangiges IS-Mitglied.

Quelle: n-tv.de, mbo

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