Politik

Angebot von Moskau ausgeschlagenRebellen verharren in Aleppo

19.10.2016, 07:15 Uhr
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Die syrischen Weißhelme suchen Überlebende nach einem Luftangriff in Ost-Aleppo. (Foto: AP)

Überraschend setzen Moskau und Damaskus ihre Angriffe auf Aleppo aus. Zivilisten, aber auch moderate Rebellen sollen Gelegenheit bekommen, die Stadt zu verlassen. Doch die weigern sich, "das eigene Land zu evakuieren".

Trotz einer Feuerpause durch Russland und das syrische Regime wollen Rebellen die umkämpfte syrische Großstadt Aleppo nicht verlassen. "Das ist ihr Land. Sie werden es nie verlassen oder sich ergeben", sagte Usama Abu Seid, Berater der moderaten Rebellengruppe Freie Syrische Armee (FSA). "Das eigene Land zu evakuieren, kommt nicht infrage."

Russland und Syrien hatten am Dienstag überraschend ihre Luftangriffe auf Aleppo ausgesetzt. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Feuerpause als "Geste des guten Willens". Die Zeit solle genutzt werden, um moderate Rebellen und Terroristen in der Stadt zu entflechten. Verteidigungsminister Sergej Schoigu erklärte, für Zivilisten würden sechs Korridore geöffnet.

Bereits am Montagabend hatten die Verbündeten Russland und Syrien einseitig eine achtstündige "humanitäre Pause" für diesen Donnerstag angekündigt. In den Rebellengebieten im Osten der Stadt sollen noch rund 250.000 Menschen leben. Sie leiden unter einem massiven Mangel an Nahrungsmitteln, Trinkwasser und medizinischer Versorgung.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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