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Zug-Chaos in Italien Regierung in Rom vermutet Sabotage

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Reisende wissen nicht, wie es weiter geht: Ein Feuer in einem Schaltkasten legt den Zugfernverkehr zwischen Rom und Florenz lahm.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach einem Brand in einem Schaltkasten fallen in Italien alle Hochgeschwindigkeits-Züge zwischen Florenz und Rom aus. Möglicherweise legten Gegner einer neuen Schnellstrecke zwischen Italien und Frankreich das Feuer. Während die Vize-Premiers von Lega und Fünf Sternen noch Drohungen ausstoßen, steht das nächste Chaos schon bevor.

Mitten in der Urlaubssaison ist in Italien nach einem Brand stundenlanges Chaos im Bahnverkehr ausgebrochen. Tausende Reisende strandeten auf Bahnhöfen im ganzen Land und wussten nicht, wie es weitergehen sollte. Auf der wichtigen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Florenz und Rom kam der Verkehr zeitweise komplett zum Erliegen. Grund war ein Feuer in einem Schaltkasten zur Regelung der Hochgeschwindigkeitszüge in Rovezzano bei Florenz. Die Bahn geht von Brandstiftung durch Unbekannte aus.

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Bis zu vier Stunden Verspätung: Tausende Reisende saßen auf Bahnhöfen im ganzen Land fest.

(Foto: picture alliance/dpa)

Züge hätten bis zu vier Stunden Verspätung, mehr als 40 Schnellzüge wurden komplett gestrichen, erklärte die staatliche Eisenbahngesellschaft RFI. Innenminister Matteo Salvini wollte prüfen lassen, ob das Feuer von Menschen aus der Anarchisten-Szene oder von Gegnern der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Turin und Lyon (TAV) gelegt wurde. Die Täter "verdienen Jahre im Gefängnis", sagte er. TAV-Gegner distanzierten sich jedoch von der mutmaßlichen Brandstiftung.

Die TAV-Strecke ist innerhalb der populistischen Regierung in Rom heiß umstritten und hat die Koalition vor einigen Monaten fast zerbrechen lassen. Salvinis Lega ist dafür, die Fünf-Sterne-Bewegung dagegen. Sterne-Chef Luigi Di Maio sagte, wenn sich Sabotage bestätige, sei das "ein wahrer Anschlag auf den Staat". Premierminister Giuseppe Conte sprach von "tausenden Reisenden, die in Schwierigkeiten waren". Die Schuldigen würden "schwer bestraft".

Von 5 Uhr bis 8 Uhr morgens war die Strecke zwischen Florenz und Rom gesperrt - es ist die Verbindungsachse zwischen Nord- und Süditalien, also zwischen Mailand und Neapel. Zwar rollten danach wieder langsam die Züge an, aber es kam noch den ganzen Tag zu Problemen. Auch an Bahnhöfen wie in Turin, weit im Norden, warteten die Menschen Stunden auf ihre Weiterfahrt. In Mailand, Rom und Florenz bildeten sich lange Schlangen vor Schaltern.

Schon am Mittwoch droht Reisenden in Italien wieder Ungemach: Gewerkschaften haben zu Streiks bei der Bahn, Autovermietungen, Schiffen und Taxis aufgerufen. Der Streik soll aber vor allem regionale Züge betreffen und auf einige Stunden begrenzt sein. Am Freitag soll es dann Streiks im Flugverkehr geben.

Quelle: n-tv.de, mau/dpa

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