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Mounir el Motassadeq - hier im Jahr 2004 auf dem Weg zu seinem Prozess - wird bald aus der Haft entlassen. Dann muss er zurück in seine Heimat Marokko.
Mounir el Motassadeq - hier im Jahr 2004 auf dem Weg zu seinem Prozess - wird bald aus der Haft entlassen. Dann muss er zurück in seine Heimat Marokko.(Foto: picture-alliance/ dpa)
Donnerstag, 11. Oktober 2018

Motassadeq wird abgeschoben: Reist 9/11-Terrorist im Linienflieger zurück?

Mounir el Motassadeq half den Attentätern vom 11. September 2001. Dafür sitzt er seit Jahren in Hamburg im Gefängnis. Nun steht die Entlassung des Terrorhelfers bevor - und seine Abschiebung in seine Heimat Marokko. Doch wie und wann soll er dorthin gelangen?

Der wegen Beihilfe zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zu 15 Jahren Haft verurteilte Marokkaner Mounir el Motassadeq soll demnächst in einem Linienflugzeug nach Marokko abgeschoben werden. Darüber berichtet die "Bild"-Zeitung. Der Marokkaner sitzt derzeit noch wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Hamburg in Haft.

Motassadeq soll am 15. Oktober aus der Haft entlassen und sofort in sein Heimatland abgeschoben werden. Wie "Bild" berichtet, war zunächst in Planung, den 44-Jährigen per Charterflug nach Marrakesch zu fliegen. Die marokkanischen Behörden lehnten das allerdings ab. Dem Bericht zufolge besteht die Behörde auf einen Linienflug. In diesem Fall würde der Terrorhelfer unter anderem gemeinsam mit Touristen nach Marrakesch reisen. Einzig der Pilot hätte das Recht, die Beförderung Motassadeqs abzulehnen.

In dem Bericht steht allerdings auch, dass noch unklar ist, ob Motassadeq überhaupt am 15. Oktober abgeschoben werden kann. Denn: Bislang liegen für den 44-Jährigen keine Ersatzpapiere aus seiner Heimat vor. Dabei hatte Marokko zuvor signalisiert, den Terrorhelfer aufzunehmen.

Bundesinnenministerium ist eingeschaltet

Nun soll sich das Bundesinnenministerium in den Fall eingeschaltet haben. Die Hamburger Ausländerbehörde suche laut dem Blatt aber bereits nach Ausweichterminen, um den 44-Jährigen eventuell zu einem späteren Zeitpunkt abschieben zu können. Motassadeqs reguläre Haftzeit würde im November enden.

Ende August war bereits berichtet worden, dass der Marokkaner nach seiner Abschiebung bis zu seinem 90. Geburtstag nicht wieder nach Deutschland einreisen dürfe. Das Einreise- und Aufenthaltsverbot ende laut Hamburger Senat am 3. April 2064.

Motassadeq war Mitglied der sogenannten Hamburger Zelle um den Todespiloten Mohammed Atta, der eines der Flugzeuge in das New Yorker World Trade Center gesteuert hatte.

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Quelle: n-tv.de