Politik

Anwaltschaft fordert Höchststrafe Reker-Attentäter soll lebenslang in Haft

510fb83e8f4070c0a405fd1d6451b12d.jpg

Frank S. will nicht erkannt werden und versteckt sich hinter einem Aktenordner.

(Foto: dpa)

Der Attentäter, der Henriette Reker vor ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin niedergestochen hat, soll auf Antrag der Bundesanwaltschaft wegen versuchten Mordes lebenslang hinter Gitter. Das Urteil wird für den 1. Juli erwartet.

Im Düsseldorfer Prozess um den Messerangriff auf die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat die Bundesanwaltschaft lebenslange Haft für den geständigen Attentäter gefordert. Der 44-jährige Frank S. habe die parteilose Politikerin bei den Attentat am 17. Oktober 2015 in Tötungsabsicht mit einem Jagdmesser angegriffen, sagte der Oberstaatsanwalt am Bundesgerichtshof, Lars Otte, in seinem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht.

Dabei habe S. hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt, indem er die Tat vorgeplant und zur Ausführung des Attentats ein langes Bowiemesser verwendet habe, das einem "Kurzschwert" gleiche. Dieses Jagdmesser habe er Reker "mit Wucht" in den Hals gerammt. Es sei nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, dass die damalige Kölner Oberbürgermeisterkandidatin den Angriff überlebt habe.

S. hatte in dem Prozess gestanden, Reker am Tag vor ihrer Wahl zur neuen Kölner Stadtchefin an einem Wahlkampfstand in Köln-Braunsfeld mit dem Messer angegriffen zu haben. Eine Tötungsabsicht bestritt er allerdings. Dagegen betonte der Oberstaatsanwalt, S. habe sich mit der Tat eines heimtückischen Mordversuchs aus niedrigen Beweggründen schuldig gemacht.

Fremdenfeindliche Motive

S. hatte in dem Verfahren vor dem Düsseldorfer Staatsschutzsenat bestätigt, dass er früher der rechten Szene angehört hatte. Er soll Reker aus fremdenfeindlichen Motiven angegriffen haben. Reker war bis zu ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin Sozialdezernentin der Domstadt und damit auch für die Betreuung und Unterbringung von Flüchtlingen zuständig.

S. hatte nach dem Attentat vier weiteren Menschen auf dem Wochenmarkt Stichverletzungen zugefügt. Er ließ sich schließlich widerstandslos festnehmen. Reker musste nach dem Attentat in der Kölner Universitätsklinik notoperiert werden.

Ein psychiatrischer Gutachter stufte den geständigen Attentäter als voll schuldfähig ein und bescheinigte ihm zugleich eine paranoide und narzisstische Persönlichkeitsstörung. Das Urteil soll voraussichtlich am 1. Juli verkündet werden.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.