Politik

Ersatz für Gas Reserve-Kohlemeiler sollen zeitnah ans Netz

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Ruhrgebietsromantik: Das Bild zeigt im Vordergrund die stillgelegte Zeche Ewald in Herten und im Hintergrund das Steinkohlekraftwerk Scholven in Gelsenkirchen, das noch in Betrieb ist.

(Foto: picture alliance / Jochen Tack)

Zur Stromproduktion wird Gas verbrannt. Um dies zu vermeiden, sollen Kohlekraftwerke verstärkt zum Einsatz kommen. Wie aus Regierungskreisen zu hören ist, steht dies - und damit der nächste kleine Einsparschritt auf dem Weg in den Winter - unmittelbar bevor.

Die Bundesregierung treibt den Ersatz von Gas-Kraftwerken durch Steinkohlemeiler voran. Nachdem in der vergangenen Woche ein entsprechendes Gesetz das Parlament passiert hatte, haben sich Regierungskreisen zufolge die Ministerien auf die noch nötige Verordnung verständigt. Am Mittwoch solle diese im Kabinett beschlossen werden. Damit kann die sogenannte Netzreserve abgerufen werden.

Das betrifft zunächst Anlagen, die eigentlich in diesem und nächstem Jahr abgeschaltet werden sollen. Mit der Verordnung werde festgestellt, dass Anlagen aus der Netzreserve aufgrund der ausgerufenen Alarmstufe des Notfallplans Gas befristet am Strommarkt teilnehmen können.

Bereits in den vergangenen Wochen waren die Betreiber aufgefordert worden, die Anlagen für einen Start bereitzuhalten. Aus einer Liste der Bundesnetzagentur geht hervor, dass dies vor allem Steinkohlekraftwerke in Süddeutschland sind, etwa von EnBW oder Uniper betrieben. Nach groben Schätzungen könnten sie Gaskraftwerke verdrängen, die für etwa ein Prozent des deutschen Verbrauchs stehen.

Ab Oktober könnten im Bedarfsfall mit einer weiteren Verordnung auch besonders klimaschädliche Braunkohlekraftwerke wieder angeworfen werden. Ziel ist es, den Verbrauch an Gas so zu drücken, dass trotz geringerer Lieferungen die Speicher weiter gefüllt werden können. Dies gilt als entscheidend, um ohne Einschnitte bei der Industrie über den Winter zu kommen.

Die Regierung hatte bereits angekündigt, per Ministerverordnung die Regelungen umgehend in Kraft zu setzen. Die Regierung kann so dann auch Gas für Kraftwerke durch eine zusätzliche Abgabe verteuern, um ein Verbrennen zur Stromproduktion unwirtschaftlich zu machen.

Quelle: ntv.de, mpe/rts

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