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Unverhüllte Drohung am Golf Revolutionsgarden warnen US-Kriegsschiffe

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Im Brennpunkt der Weltpolitik: Iranische Schnellboote kreuzen in der Straße von Hormus (Archivbild).

(Foto: REUTERS)

Die Spannungen zwischen Teheran und Washington führen zu einer neuen Risikolage im Persischen Golf: Die Revolutionsgarden rufen die US-Marine dazu auf, sich von iranischen Schnellbooten fernzuhalten. Die Kriegsschiffe sichern dort den freien Zugang zum Golf.

Einen Tag nach der Einstufung der Revolutionsgarden als Terrorgruppe durch die Regierung in Washington wird der Ton der iranischen Elite-Truppe gegenüber den USA rauer. Ein Kommandeur der Revolutionsgarden forderte die US-Marine dazu auf, im Persischen Golf Abstand zu Schnellbooten der Garden zu halten.

"Mr. Trump, sagen Sie Ihren Kriegsschiffen, dass sie Booten der Revolutionsgarden nicht zu nahekommen sollen", erklärte Kommandeur Mohsen Rezaei nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur ISNA. Beobachter werteten die Aufforderung als unverhüllte Drohung vor einem möglichen bewaffneten Konflikt. Das US-Militär entsendet regelmäßig Kriegsschiffverbände in den Persischen Golf, um den freien Zugang durch die Straße von Hormus zu gewährleisten.

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Die Meerenge am Eingang zum Persischen Golf bildet eines der Nadelöhre im internationalen Seefrachtverkehr: Neben Containerfrachtern, Schüttgutfrachtern und auch Kreuzfahrtschiffen müssen vor allem auch Rohöltanker diese nur gut 40 Kilometer breite Schifffahrtsstraße passieren, um zu den Verladehäfen des Irak, Kuwaits, Bahrains, Katars, Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate zu gelangen.

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Die strategische Befürchtung: Mit weitreichenden Anti-Schiffs-Raketen könnte der Iran die Zufahrt zum Golf theoretisch blockieren und damit eine ganze Reihe an Golfstaaten auf einen Schlag vom Welthandel abschneiden. Auch aus diesem Grund zeigt die US-Marine in der Region ständige Präsenz.

Engpass für Öltanker

Die Revolutionsgarden sind eine weitgehend eigenständig aufgestellte Elite-Teilstreitkraft innerhalb des iranischen Militärs. Die Garden verfügen neben Infanterie, Raketenartillerie und Spezialeinheiten auch über eine eigene Schnellbootflotte. In der Vergangenheit war es bereits mehrfach zu gefährlichen Annäherungen zwischen iranischen Schnellbooten und US-Zerstörern gekommen. Beobachter fürchten, dass im Fall eines Missverständnisses dabei schnell auch scharfe Schüsse fallen könnten.

Die Führung in Teheran schlägt unterdessen kämpferische Töne an: Das Oberkommando der iranischen Streitkräfte, dem formell auch die Garden unterstellt sind, drohte den USA, sich dem Regionalkommando der US-Streitkräfte im Nahen Osten "mit allen Mitteln" entgegenzustellen. Eine entsprechende Erklärung der Militärführung veröffentlichte die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim.

Die drohende Eskalation an der Einfahrt zum Persischen Golf löst international Besorgnis aus. Die französische Regierung rief alle Beteiligten zur Mäßigung auf. Eine Ausweitung der Spannungen oder eine Destabilisierung der Region müsse verhindert werden, erklärte das Pariser Außenministerium. US-Präsident Donald Trump hatte mit den Revolutionsgarden zu Wochenbeginn erstmals das Militär eines anderes Landes offiziell als Terrororganisation einstuft. Von der Führung in Teheran kam umgehend scharfer Protest.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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