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Luftangriffe als Reaktion Riad vermutet Iran hinter Pipeline-Attacke

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Die Haupstadt Sanaa ist immer wieder Ziel von Luftangriffen.

(Foto: AP)

Nach dem Drohnenangriff auf eine Ölpipeline behauptet Saudi-Arabien, Erzfeind Iran hätte Huthi-Rebellen mit der Attacke beauftragt. Als Vergeltung bombardieren saudische Kampfflugzeuge Stellungen der Aufständischen im Jemen.

Zwei Tag nach einem Drohnenangriff der Huthi-Rebellen auf eine saudiarabische Ölpipeline hat Riad den Iran für die Attacke verantwortlich gemacht. Der von Teheran angeordnete Angriff zeige, dass die jemenitische Miliz "ein Instrument des iranischen Regimes ist", um seine Interessen in der Region durchzusetzen, schrieb der saudiarabische Vize-Verteidigungsminister Prinz Chaled bin Salman auf Twitter.

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Am Morgen bombardierten Kampfflugzeuge der von Riad angeführten Militärallianz Stellungen der Rebellen im Jemen. Bei den Luftangriffen seien unter anderem Ziele in der von den Huthis kontrollierten Hauptstadt Sanaa getroffen worden, sagte ein Vertreter der Koalition in Riad. Der Huthi-Fernsehsender al-Massirah hatte zuvor über mehrere Luftangriffe der Militärallianz in der Hauptstadtregion berichtet, darunter einen in Sanaa selbst. Ein Einwohner sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe eine schwere Explosion im Zentrum der Stadt gehört.

Im Jemen herrscht seit Jahren Krieg

Die Huthi-Rebellen hatten die Drohnenangriffe auf die beiden Ölpumpstationen in Saudi-Arabien am Dienstag für sich reklamiert. Eine der beiden Anlagen wurde dabei beschädigt. Der Ölkonzern Aramco musste daraufhin den Betrieb seiner Ost-West-Pipeline aus Sicherheitsgründen vorerst einstellen. Der Außenminister der mit Riad verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar Gargasch, drohte der Huthi-Miliz mit Vergeltung.

Die Spannungen in der Region hatten rund um den Jahrestag von US-Präsident Trumps Aufkündigung des iranischen Atomabkommens am Mittwoch vergangener Woche zugenommen. Die US-Regierung verhängte schärfere Sanktionen und entsandte Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge in den Nahen Osten. Teheran kündigte an, bestimmte Auflagen aus dem Atomabkommen nicht mehr einzuhalten. Das von den USA unterstützte Saudi-Arabien meldete Anfang der Woche einen "terroristischen Angriff" auf zwei saudiarabische Öltanker.

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen Tausende Zivilisten.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

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