Politik

Russland und China fernhaltenRubio will Venezuelas Öl vor Gegnern der USA sichern

04.01.2026, 18:48 Uhr
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Rubio sieht auch vor der Südküste der USA ein "riesiges Problem". (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Während Pentagon-Chef Hegseth die US-Ansprüche auf das Öl Venezuelas deutlich macht, will sein Minister-Kollege davon nichts wissen. Man habe selbst genug von dem Rohstoff, so Rubio. Allerdings habe die Kontrolle über die Reserven einen strategischen Grund.

Die USA wollen nach Angaben von US-Außenminister Marco Rubio die venezolanische Ölindustrie nicht aus wirtschaftlichem Interesse kontrollieren. "Wir brauchen das Öl aus Venezuela nicht. Wir haben genug Öl in den Vereinigten Staaten", sagte Rubio bei NBC. Es gehe vielmehr darum, dass die riesigen Ölreserven Venezuelas nicht weiter unter Kontrolle von Gegnern der USA stünden.

Washington werde nicht zulassen, dass Venezuela zu einem Stütz- und Operationspunkt für Länder wie China, Russland oder dem Iran sowie für die proiranische Miliz Hisbollah werde, so Rubio. Die Ausbeutung von Ressourcen durch externe Akteure, wie sie in anderen Weltregionen zu beobachten sei, werde Washington in Lateinamerika nicht akzeptieren. "Hier leben wir, und wir werden nicht zulassen, dass die westliche Hemisphäre als Operationsbasis für Gegner, Konkurrenten und Rivalen der Vereinigten Staaten dient", sagte Rubio.

Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Wegen Sanktionen, Missmanagement und fehlender Investitionen bleibt die Förderung allerdings weit hinter den Möglichkeiten zurück.

Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor das wirtschaftliche Interesse an den Ölvorkommen betont. "Was Venezuela gegen die amerikanischen Ölinteressen und Ölgesellschaften unternommen hat, ist offensichtlich und hätte niemals geschehen dürfen, und Präsident Trump ist bereit, dies wieder rückgängig zu machen", so der Pentagon-Chef bei CBS.

Rubio drohte bei NBC auch erneut der kubanischen Regierung. Diese sei ein "riesiges Problem", so der US-Außenminister. "Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind." Dieses habe Venezuelas nun entmachteten Staatschef Nicolás Maduro unterstützt, sagte Rubio weiter.

Rubios Eltern stammen aus Kuba. Sie wanderten 1956 während der Diktatur von Fulgencio Batista in die Vereinigten Staaten aus. Sein Vater schlug sich als Barkeeper durch, seine Mutter als Zimmermädchen.

In der Nacht zum Samstag hatte das US-Militär Venezuela angegriffen. Im Rahmen der Operation "Absolute Entschlossenheit" hatten Eliteeinheiten Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores gefasst und außer Landes gebracht. Inzwischen ist Maduro in einer Haftanstalt in New York - in der Stadt muss er sich dann auch unter anderem wegen "Verschwörung zum Drogenterrorismus" sowie "Verschwörung zum Kokainimport" vor Gericht verantworten.

Quelle: ntv.de, lme/dpa

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