Berater von Farage hört aufRücktritte bei Großbritanniens Rechtspopulisten nach Spendenvorwürfen

Erneut gibt es Vorwürfe in Zusammenhang mit Spenden gegen Reform UK. Kurz vor der Jahreskonferenz der Partei treten hochrangige Vertreter zurück. Einer davon ist eng mit dem Vorsitzenden Nigel Farage verbandelt, der bereits in einem anderen Fall im Fadenkreuz steht.
Großbritanniens rechtspopulistische Partei Reform UK ist in einen weiteren mutmaßlichen Spendenskandal verwickelt. Eine Dokumentation des Senders Channel 4 News legt nahe, dass sich die Partei des Brexit-Vorkämpfers Nigel Farage Gelder eines ausländischen Unternehmers sichern wollte. Zwei hochrangige Funktionäre legten ihre Parteiämter nieder, darunter ein enger Berater von Farage.
"Reform UK hat nach der Ausstrahlung einer Sendung von Channel 4 News eine Untersuchung eingeleitet", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur PA zufolge. Der Vorsitzende der Partei, Lee Anderson, sagte bei Sky News, es gebe keine Chance für die beiden, zu Reform zurückzukehren. Parteichef Farage wies die Vorwürfe allerdings zurück: "Die Partei hat keine Gesetze gebrochen. Die Partei hat kein dubioses Geld oder Ähnliches angenommen", sagte er dem Radiosender LBC.
Im Kern geht es in der Doku um den Verdacht, dass die Parteifunktionäre Wege gesucht haben sollen, ausländische Gelder unter Umgehung der britischen Spendenregeln für die Partei nutzbar zu machen. Annehmen wollten sie es von einem vermeintlichen US-amerikanischen Unternehmer, bei dem es sich um verdeckte Reporter der Investigativgruppe "Verbatim Investigations" handelte. Labour und die Liberaldemokraten meldeten die Vorwürfe der Metropolitan Police.
Farage nahm Millionengeschenk an
Der Bericht trifft die rechtspopulistische Partie während ihrer Jahreskonferenz in Birmingham, die bis Samstag geht. Am Freitag wird eine Rede von Farage erwartet. Der 62-Jährige steht selbst im Zentrum einer Spendenaffäre. Ihm wird vorgeworfen, kurz vor seiner Wahl zum Abgeordneten im Jahr 2024 ein Geldgeschenk in Höhe von fünf Millionen Pfund (rund 5,9 Mio. Euro) angenommen, aber nicht als Spende deklariert zu haben. Farage weist die Vorwürfe zurück und sagt, es habe sich um ein persönliches Geschenk ohne Bedingungen gehandelt.
Im Sommer war Farage wegen der Vorwürfe und der daraus resultierenden Untersuchung von seinem Parlamentssitz zurückgetreten, er ließ sich in der nötig gewordenen Nachwahl im Wahlkreis Clacton aber erneut wählen. Beobachter sehen den Reform-Chef inzwischen als geschwächt an, in Umfragen ist Reform nicht mehr so stark wie vor einigen Monaten.
