Politik

Minusgrade und KriegsschädenRussische Bevölkerung soll in Belgorod umquartiert werden

13.01.2026, 19:05 Uhr
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Nach einem Raketenangriff auf die Stadt Belgorod: Ein zerborstenes Fenster unter Eiszapfen. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Temperaturen im deutlichen Minusbereich stellen angesichts von Kriegsschäden nicht nur die Ukraine vor riesige Herausforderungen. In der russischen Region Belgorod gibt es massive Probleme mit der Strom- und Wärmeversorgung. Der Gouverneur kündigt Evakuierungen an.

In der westrussischen Region Belgorod an der Grenze zur Ukraine bereiten die Behörden die Bürger wegen massiver Probleme mit der Strom- und Wärmeversorgung zumindest zeitweise auf eine Umsiedlung vor. "Wir verstehen, dass es unmöglich ist, mit den Reservekapazitäten die Stromversorgung in erster Linie der Mehrfamilienhäuser, aber auch der Industrieobjekte völlig wiederherzustellen", schrieb Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bei Telegram. Er bitte die Einwohner daher, sich nach Möglichkeiten umzusehen, im Notfall anderswo unterzukommen.

Gladkow betonte, dass es nicht um eine dauerhafte Umsiedlung in andere Regionen gehe. Aber die Gebietsregierung bereite die mögliche Evakuierung der am schwersten von den Stromausfällen betroffenen Landkreise in andere Städte und Gemeinden Belgorods vor, schrieb er. Wenn es möglich sei, dann sollten die Bürger vorläufig dort ihre Häuser verlassen und Kinder bei Verwandten mit Strom- und Wärmeversorgung unterbringen.

Krieg im Winter

Russland führt seit fast vier Jahren Krieg in der benachbarten Ukraine und hat dort schwere Zerstörungen angerichtet. Aber auch die Grenzregionen in Russland bekommen zunehmend die Härte des Kriegs zu spüren. Belgorod ist eine der am schwersten betroffenen Regionen im Land. Während Moskau in der vergangenen Woche einen der schwersten Angriffe auf Kiew führte und sogar eine Mittelstreckenrakete des Typs Oreschnik gegen das westukrainische Lwiw startete, attackierte gleichzeitig die Ukraine Belgorod. Dadurch fiel für mehr als eine halbe Million Russen in der Region der Strom aus. Die Folgen sind bis heute nicht behoben.

Das alles passiert bei extrem winterlichen Temperaturen. Wetterseiten zeigen dieser Tage Temperaturen von um die minus zehn Grad in Belgorod, die im Verlauf des Januars laut Vorhersagen noch deutlich sinken könnten.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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