Politik

"Gefährliche Annäherung"Russische Fregatte feuert im Ärmelkanal Warnschüsse ab

16.06.2026, 19:49 Uhr
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Die "Admiral Grigorowitsch" fühlte sich laut russischem Verteidigungsministerium von einer Yacht bedroht. (Foto: picture alliance/dpa/Ministry of Defence/PA Wire)

Am Sonntag stoppt die britische Marine im Ärmelkanal einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker. Nun sorgt ein russisches Kriegsschiff in der Meerenge zwischen England und Frankreich für Unruhe.

Ein russisches Kriegsschiff hat im Ärmelkanal Warnschüsse in der Nähe eines zivilen Schiffes abgegeben. Die Besatzung der in Großbritannien registrierten Yacht habe die Warnschüsse gemeldet, so britische Verteidigungskreise. Der Vorfall soll sich rund 20 Seemeilen südlich der Isle of Wight ereignet haben. "Wir untersuchen Berichte über einen Vorfall im Ärmelkanal", erklärte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums.

Nach Angaben der Besatzung der Yacht gab ein Schiff der russischen Marine die Warnschüsse aus etwa 450 Metern Entfernung ab. Es habe keine Verletzten oder Schäden gegeben. Die Yacht setzte ihre Fahrt nach einem Kontrollbesuch eines Beibootes der "HMS Tyne" der britischen Royal Navy wie geplant fort. Es wird davon ausgegangen, dass ein weiteres britisches Kriegsschiff, die "HMS Mersey", das russische Schiff zum Zeitpunkt des Vorfalls überwachte.

Russland hat die Warnschüsse einige Stunden später bestätigt. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, eine unter britischer Flagge fahrende Segelyacht habe sich der Fregatte "Admiral Grigorowitsch" gefährlich genähert. Die russische Besatzung habe zunächst Signalraketen abgefeuert und akustische Signale abgegeben, "um die Aufmerksamkeit der Yacht-Besatzung zu erlangen".

"Trotz dieser Maßnahmen, hat das Schiff seine gefährliche Annäherung fortgesetzt", erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau weiter. Der Kommandeur der russischen Fregatte habe deswegen entschieden, mit Waffen kleinen Kalibers "in Richtung des Schiffs zu schießen". Daraufhin habe die Yacht mit dem Namen "Bright Future" ihren Kurs geändert und sich vom russischen Kriegsschiff entfernt.

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund massiver Spannungen zwischen Russland und westlichen Staaten wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Erst am Sonntag hatte die britische Marine im Ärmelkanal einen mutmaßlich zur russischen Schattenflotte gehörenden Öltanker gestoppt. Dabei enterten britische Soldaten den mit Sanktionen belegten Öltanker "Smyrtos", indem sie sich von einem Hubschrauber abseilten. Experten zufolge soll die Präsenz russischer Kriegsschiffe von einem derartigen Vorgehen abschrecken.

Die britische Staatsanwaltschaft erhob gegen den indischen Kapitän des Schiffes am Montag Anklage wegen Verstoßes gegen die Sanktionen Großbritanniens, die nach dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 gegen Russland verhängt worden waren. Laut britischen Verteidigungskreisen bestehe zwischen dem Vorgehen gegen den Tanker am Sonntag und den Warnschüssen in Richtung der Yacht mutmaßlich kein direkter Zusammenhang.

Mit Schiffen der sogenannten Schattenflotte versucht Russland, die Sanktionen von westlichen Unterstützern der Ukraine zu umgehen. Nach britischen Angaben handelt es sich um mehr als 700 Schiffe, die unter der Flagge verschiedener Staaten fahren und russische Ölexporte transportieren.

Quelle: ntv.de, bho/dpa/AFP

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