Politik

Auf Anfrage der USA Russischer Geheimdienst zerschlägt Hackernetz

imago0147561756h.jpg

Ein russischer Geheimdienstmitarbeiter präsentiert einen beschlagnahmten Laptop.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Auf Druck der USA meldet der russische Geheimdienst Vollzug: Die berüchtigte Hacker-Gruppe Revil sei zerstört worden. Zugleich macht Kiew allerdings Moskau für den Cyberangriff auf eigene Regierungswebsites vom Morgen verantwortlich.

Nach massenhaften Cyber-Angriffen auf westliche Unternehmen und Organisationen hat Russland nach eigenen Angaben Mitglieder der berüchtigten Hacker-Gruppe Revil angeklagt. Deren Infrastruktur sei aufgelöst worden, teilte der Inlandsgeheimdienst FSB mit. Anlass der Ermittlungen sei eine entsprechende Anfrage von US-Behörden gewesen.

Revil hatte sich nach Erkenntnissen von Sicherheitsexperten auf die Verbreitung von sogenannter Ransomware spezialisiert. Ransomware ist eine Schadsoftware, die nach einem erfolgreichen Angriff bei den Opfern die Daten verschlüsselt. Die Kriminellen verlangen für die Entschlüsselung dann ein Lösegeld, zumeist in Kryptowährungen wie Bitcoin. Bei Durchsuchungen an 14 Wohnorten von Mitgliedern seien 426 Millionen Rubel, umgerechnet 4,8 Millionen Euro, beschlagnahmt worden - zum Teil in Kryptowährung. Zudem seien 600.000 US-Dollar und 500.000 Euro Bargeld sowie Computerausrüstung und 20 hochwertige Autos sichergestellt worden.

Bereits im November hatten internationale Ermittler mehrere Hacker festgenommen, die für Tausende Cyber-Attacken auf Organisationen und Unternehmen verantwortlich sein sollen. Mit der Revil-Software waren zum Beispiel mehrere Werke des weltgrößten Fleischkonzerns JBS lahmgelegt worden. Die Gruppe steht auch im Verdacht, unter anderem hinter dem großen Angriff auf den amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya im vergangenen Sommer zu stecken.

Kiew: Cyberangriffe kamen aus Russland

Derweil macht die Ukraine Russland für einen massiven Hackerangriff auf Internetseiten der Regierung verantwortlich. "Ersten Daten zufolge" seien die Angriffe aus Russland erfolgt, teilte das Ministerium für Kultur und Informationspolitik am Nachmittag in der Hauptstadt Kiew mit. So habe es in russischen Medien schon erste Hinweise auf die Attacken gegeben, noch bevor sie in der Ukraine aufgegriffen worden seien.

Die Experten des Ministeriums mutmaßten, dass die Angriffe mit einer "kürzlichen Niederlage Russlands bei den Gesprächen zur zukünftigen Zusammenarbeit der Ukraine mit der NATO" im Zusammenhang stünden.

Am Morgen hatten mehrere Ministerien einen Cyber-Angriff auf ihre Homepages beklagt. Betroffen waren unter anderem die offizielle Seite der Regierung sowie die Homepages des Außenministeriums, Energieministeriums und Zivilschutzministeriums. Die Attacke sei breitgefächert gewesen, hieß es. Eine auf Cyberangriffe spezialisierte Einheit nahm Ermittlungen auf.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.