Nato entsendet MarineverbandRussischer Zerstörer positioniert sich vor deutscher Ostsee-Küste

Vor Fehmarn geht ein russischer U-Boot-Zerstörer in Position. Als Reaktion entsendet die Nato einen Marineverband. Auch Frankreich schickt zusätzliche Boote in die Ostsee.
Ein russisches Kriegsschiff liegt Medienberichten zufolge seit dem Wochenende vor der deutschen Küste in der Ostsee. Wie die "Kieler Nachrichten" melden, befindet sich der Zerstörer "Severomorsk" zwischen Fehmarn und der Lübecker Bucht. Offenbar dient der Einsatz dem Schutz von Moskaus Schattenflotte.
Den Angaben zufolge lief die "Severomorsk" bereits Anfang der vergangenen Woche aus dem russischen Ostseehafen Baltijsk aus. Seit dem Wochenende operiert der Zerstörer vor Fehmarn. Dort hatte zuvor das russische Raketenschiff "Stawropol" Stellung bezogen. Als Reaktion verlegte die Nato den Marineverband SNMG1 in die Ostsee. Angeführt wird dieser von der deutschen Fregatte "Sachsen", die erst wenige Tage zuvor im Marinestützpunkt Kiel Munition geladen hatte.
Auch Frankreich verstärkte seine Präsenz in der Region. Neben der Fregatte "Auvergne" entsandte Paris ein Patrouillenboot sowie ein Aufklärungsschiff in die Ostsee. Laut den "Kieler Nachrichten" beobachtet die französische Fregatte die Bewegungen der "Severomorsk" eng.
Russland hat seine Marineaktivitäten zwischen Ärmelkanal und Ostsee zuletzt deutlich ausgeweitet. Beobachter sehen darin eine Reaktion auf Maßnahmen westlicher Staaten gegen die sogenannte russische Schattenflotte. Mehrfach waren Tanker und Frachter mit mutmaßlichen Verbindungen zu Russland in der Ostsee kontrolliert oder festgesetzt worden.
Die "Severomorsk" gehört zur Udaloy-Klasse und wurde Ende 1987 in Dienst gestellt. Der 163 Meter lange Zerstörer ist auf U-Boot-Abwehr spezialisiert und Teil der russischen Nordflotte. Je nach Einsatz umfasst die Besatzung zwischen 220 und 300 Soldaten. Bereits Anfang Januar begleitete das Schiff laut Medienberichten zwei sanktionierte Frachter vor der portugiesischen Küste.