Politik

Trotz ukrainischer LuftangriffeRussland-Experte: Kriegsmüdigkeit bleibt in Moskau bislang aus

19.08.2026, 01:12 Uhr
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Passanten auf dem Roten Platz in Moskau. (Foto: picture alliance / TASS)

Immer wieder treffen ukrainische Drohnen die russische Hauptstadt-Region. Eine Antikriegsstimmung entsteht in Moskau laut dem Journalisten Andrey Gurkov aber nicht. Die Unterstützung für den Angriffskrieg sei in der Metropole sogar größer als anderswo.

Die massiven ukrainischen Drohnenangriffe auf Moskau haben laut dem Russland-Experten Andrey Gurkov in der Metropole keine spürbare Antikriegsstimmung ausgelöst. Die Bevölkerung der russischen Hauptstadt habe sich "vier Jahre lang nicht vom normalen, komfortablen Leben ablenken lassen", sagt der russische Journalist und Publizist dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Für sie ist der Krieg ein Reizfaktor, der sie aus ihrer Komfortzone rauswirft, aber mehr auch nicht."

Zwar sei den Menschen in Moskau und vielen anderen russischen Städten durchaus bewusst, dass der Krieg zu ihnen gekommen sei. Doch führten die Angriffe nicht dazu, dass die Mehrheit den Krieg beenden wolle. "Die Unterstützung in Moskau für den Krieg ist aktuell sogar größer als in vielen kleineren und mittleren Städten", so der frühere Mitarbeiter der Deutschen Welle. Zwar gebe es Umfragen, in denen sich eine Mehrheit für Friedensverhandlungen ausspreche, doch diese Zustimmung gelte nur für Verhandlungen "zu den Bedingungen, die Russland stellt".

Auch die seit Mai anhaltende Benzinkrise infolge ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien ändere daran wenig. Die Lage habe sich zuletzt wieder zugespitzt, die Menschen stünden "oftmals stundenlang in Schlangen". Trotzdem führe das "nicht zu einer massiven Antikriegsstimmung, sondern eher zu einer Aggressivität gegen die, die ebenfalls in der Schlange stehen".

Kreml-Chef Wladimir Putin selbst demonstriere "eine verbissene Hartnäckigkeit beim Festhalten an seinen Kriegszielen" und beantworte die ukrainischen Luftschläge mit weiterer Eskalation. Ukrainische Friedensangebote halte er "für ein Merkmal der Schwäche". Während sich die russische Elite "zunehmend in der Sackgasse fühlt", halte Putin "borniert an seinen Zielen fest". Ein Nachgeben würde "den glorreichen Platz in der Geschichte, den er für sich ausgemalt hat, in seiner Wahrnehmung enorm schwächen und schmälern". Und: "Niemand in Moskau ist derzeit stark genug, Putin von seiner Position abzubringen."

Quelle: ntv.de, jpe

RusslandAngriff auf die UkraineDrohnen