Politik

Plan gegen ideologischen Angriff Putins Leibwächter trainieren für den Putsch

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Kadetten des FSO stehen bei einer Abschlussfeier auf einem zentralen Platz im Kreml.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Auf die Personenschützer des russischen Präsidenten Putin kommt eine schwierige Aufgabe zu. Laut einem Bericht übten sie erst kürzlich, was bei einem Putsch zu tun sei. Außerdem gebe es Anweisungen, wie sie einer heimtückischen Indoktrinierung und Hypnose standhalten könnten.

Personenschützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin sollen im Zentrum von Moskau die Vereitelung eines Putsches trainiert haben. Das berichtet die russischsprachige Investigativplattform The Insider. Demnach ereignete sich das Training bereits am 26. Oktober in Moskau. Dabei soll es sich um "eine geplante taktische Übung" gehandelt haben, "um terroristische Bedrohungen zu neutralisieren und die Einrichtungen der höchsten Regierungsebene zu schützen".

Laut dem Insider war diese Übung nur ein kleiner Teil der besonderen Maßnahmen für den Fall, dass der FSO, der Schutzdienst zur Bewachung des russischen Präsidenten und der Regierung, in den Kriegszustand versetzt werde. Offenbar bereitet die Präsidentenwache ihre Mitarbeiter auf einen "massiven ideologischen Angriff" vor, schreibt das Magazin, dem nach eigenen Angaben der Entwurf eines geheimen "Plans zur moralisch-psychologischen Unterstützung beim Übergang der Einsatzleitung des FSO von Friedens- in Kriegszeiten" vorliegt.

Der FSO warnt demnach davor, dass im Falle eines Staatsstreichs einige Kreml-Personenschützer depressiv werden könnten. Außerdem könnten sie die Richtigkeit der Handlungen ihrer Vorgesetzten anzweifeln, Angst bekommen und um ihr Leben fürchten.

Sorge vor moralischer Destabilisierung

Laut dem "Insider" warnt der FSO seine Mitarbeiter davor, dass der Feind listig und heimtückisch sei und in erster Linie versuchen werde, "die psychologische Stabilität des Personals zu verringern, es moralisch zu desorientieren und ihm die Bereitschaft zum Widerstand zu nehmen". Dabei würden Fernsehen, Radio, Printmedien, soziale Medien, Bücher, Broschüren, Faltblätter und Plakate als die größten Bedrohungen genannt.

Darüber hinaus könnten sich ausländische Geheimdienstagenten soziale Bewegungen, Nichtregierungsorganisationen sowie religiöse und pseudoreligiöse Organisationen zunutze machen und sich an Verwandte der FSO-Beamten wenden. Besonderer Nachdruck wird dem Bericht zufolge auf bestimmte Personen gelegt, die psychologischen Einfluss auf das Wachpersonal ausüben könnten und über hypnotische Fähigkeiten verfügten. Neben der Hypnose gehe der FSO davon aus, dass der Feind auch "chemische und biologische Methoden der psychologischen Beeinflussung" einsetzen könnte.

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Als Gegenmaßnahmen werden laut dem Bericht unter anderem "Gegenindoktrinierung" empfohlen sowie wöchentliche politische Schulungen, ein Ausflug zur Kasaner Ikone der Gottesmutter und vertrauensbildende Gespräche mit jungen Mitarbeitern, die zu psychischer Instabilität neigten. Die politisch versiertesten Beamten sollten den am wenigsten widerstandsfähigen zugewiesen werden und diese im Zweifelsfalle ins Krankenhaus schicken.

Verantwortlich für die Umsetzung des Plans ist dem Bericht zufolge der stellvertretende Direktor des FSO, General Aleksandr Komow. Nach Angaben einer Kreml-Sicherheitsquelle soll Komow nicht nur äußerst wachsam sein, sondern auch auf den Rat von Astrologen und Hellsehern hören.

(Dieser Artikel wurde am Montag, 21. November 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de

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