Polnische Luftwaffe alarmiertRussland attackiert massiv die Ukraine - Zahl der Opfer steigt
Vier Jahre Krieg und kein Ende in Sicht: In Kiew und anderen Teilen der Ukraine schlagen wieder viele Raketen und Drohnen ein. Mehr als 100 Menschen werden verletzt, mindestens 10 getötet. Unter den Trümmern eines Hochhauses könnten noch Bewohner verschüttet sein.
Bei schweren russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind nach Angaben örtlicher Behörden in der Nacht mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der Hauptstadt Kiew wurden mindestens 4 Menschen getötet und 58 weitere verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram schrieb. 40 von ihnen würden stationär behandelt, darunter 2 Kinder. In der Stadt Dnipro kamen nach Behördenangaben 6 Menschen ums Leben und 36 weitere wurden verletzt. Auch andere ukrainische Regionen melden Opfer und Schäden. In Charkiw wurden laut den örtlichen Behörden 10 Menschen verletzt, darunter ein Kind.
In Kiew schlug laut Augenzeugen eine Rakete in ein Hochhaus ein, das daraufhin teilweise einstürzte. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko teilte mit, es könnten Menschen unter den Trümmern eingeschlossen sein. Zudem seien in mehreren Stadtteilen durch herabfallende Trümmerteile Brände in Gebäuden und an Fahrzeugen ausgebrochen. In Kiew und fast der ganzen Ukraine heulten in der Nacht die Alarmsirenen. Tausende Einwohner suchten in U-Bahn-Stationen Schutz.
Aus der nordöstlichen Region Charkiw meldete der Gouverneur zehn Verletzte, darunter ein elfjähriges Mädchen. Angriffe mit Raketen und Drohnen wurden auch aus Saporischschja gemeldet. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte Russland bei seinen Attacken auch ballistische Raketen ein.
Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär auf X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft. Es seien Militärflugzeuge aufgestiegen. In Polen kommt es bei größeren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf.
Selenskyj: Zu wenig Verteidigungs-Nachschub
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in seiner abendlichen Videoansprache am Montag erneut vor einem möglichen massiven russischen Angriff gewarnt. "Geheimdienstwarnungen bezüglich russischer Angriffe bleiben in Kraft. Ein massiver Schlag ist möglich, sie haben dies vorbereitet", sagte Selenskyj. Zwar sei die ukrainische Flugabwehr in Bereitschaft, erklärte der Präsident. Jedoch räumte er ein, dass fehlender Nachschub westlicher Verbündeter für die Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern Probleme bereite.
Russland hatte vergangene Woche gewarnt, man plane "systematische Schläge" auf militärische Ziele und Entscheidungszentren in Kiew. Dies sei eine Reaktion auf einen Drohnenangriff im vergangenen Monat auf ein Wohnheim in der von Russland besetzten ukrainischen Region Luhansk, bei dem 21 Menschen getötet wurden. Die Ukraine bestritt, den Angriff ausgeführt zu haben. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.
