Politik

Graf Lambsdorff im "Frühstart" "Russland belässt es nicht bei Drohgebärden"

Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff lobt das geschlossene Auftreten der großen demokratischen Industrienationen beim G7-Gipfel. Auch im Detail stimme das Ergebnis. Die Ukraine brauche modernste Waffen, denn Russland greife zunehmend auch zivile Ziele an.

Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff zieht eine positive Bilanz des G7-Gipfels in Elmau. Man habe sich nicht auseinanderbringen lassen, das gelte besonders für den Umgang mit dem Ukraine-Krieg. Graf Lambsdorff bewertete die auf dem G7-Gipfel zugesagten Waffenlieferungen an die Ukraine durchweg positiv. "Präsident Selenskyj fordert moderne Luftabwehrsysteme, und die Amerikaner haben ihr modernstes System zugesagt", sagte Graf Lambsdorff im "ntv Frühstart".

Das sei ein System, mit dem auch das Weiße Haus in Washington geschützt werde. Deutschland liefere mit "IRIS-T" ebenfalls das modernste, das man zu bieten habe. "Was diese Fähigkeiten angeht, da werden die ukrainischen Streitkräfte enormen Zuwachs haben", so der liberale Außenpolitiker. Nicht weniger wichtig sei das große Infrastrukturprojekt der G7-Staaten. Es sei ein Zeichen an China, dass dessen Seidenstraßen-Initiative nicht unbeantwortet bleibe.

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Die vor dem anstehenden NATO-Gipfel in Madrid angekündigte Aufstockung der schnellen Eingreifkräfte begrüßt Graf Lambsdorff. "Ich glaube, das ist ein richtiges Zeichen. Denn nach dem Angriff auf die Ukraine kann niemand mehr sagen, dass die Russen nur Drohgebärden machen." Gerade die östlichen NATO-Verbündeten, in Polen und im Baltikum, in Rumänien und in der Slowakei verlangten so eine Eingreiftruppe - "und die brauchen sie auch", so der FDP-Politiker.

Die Gefahr, dass der russische Präsident diesen Schritt als Vorwand für weitere Aggressionen nehmen könnte, sieht Graf Lambsdorff nicht. "Putin braucht keinen Vorwand", sagte er. Die Ukraine habe Russland nicht bedroht, trotzdem habe man gestern die Bilder aus Krementschuk gesehen. Dort hatten russische Raketen ein Einkaufzentrum getroffen, in dem sich bis zu 1000 Zivilisten aufgehalten haben sollen. "Das sind ganz fürchterliche Angriffe auf dieses Land, das wirklich nichts getan hat, um Putin zu provozieren."

Quelle: ntv.de, ako

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