Politik
Über 200 Millionen Menschen weltweit nutzen Telegram.
Über 200 Millionen Menschen weltweit nutzen Telegram.(Foto: imago/ITAR-TASS)
Dienstag, 17. April 2018

Telegram-Verbot: Russland blockiert 18 Millionen IP-Adressen

Seit Montag ist in Russland die Whatsapp-Alternative Telegram verboten. Um den beliebten Messenger-Dienst lahmzulegen, blockieren die Behörden knapp 18 Millionen IP-Adressen. Durch diesen Angriff geraten auch "unschuldige" Seiten ins Schussfeld.

Beim Vorgehen gegen den beliebten Messenger-Dienst Telegram haben die russischen Behörden Millionen von IP-Adressen blockiert, darunter Hunderttausende von Cloud-Diensten von Google und Amazon. Die Aufsichtsbehörde Roskomnadsor sperrte knapp 18 Millionen IP-Adressen, die zur Nutzung von Telegram verwendet wurden.

Derzeit würden 18 Subnetze blockiert, sagte ein Roskomnadsor-Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. "Alle gehören zu Amazon oder Google." Laut einem "Euronews"-Bericht sind von der Sperrung auch viele Drittanbieter betroffen. Sie verloren den Zugriff auf wichtige technische Verbindungen oder sogar ihre eigenen IP-Adressen. Darunter sind Online-Spiele, virtuelle Shops, finanzielle Plattformen, mindestens eine Sprachschule.

Kein Rückgang der Aktivität

Die russischen Behörden hatten am Montag mit der Sperrung von Telegram begonnen. Richter hatten die Blockade angeordnet, nachdem der Online-Dienst den russischen Geheimdiensten die Entschlüsselung privater Chats verweigert hatte.

Die Sperrung wurde aber häufig umgangen - unter anderem durch verschlüsselte VPN-Verbindungen oder sogenannte Proxys. Telegram-Mitbegründer Pawel Durow schrieb auf seinem Kanal, es sei kein erheblicher Rückgang der Aktivität auf dem Messenger-Dienst festgestellt worden, weil die Russen das Verbot umgehen würden. "Ich danke euch russischen Telegram-Nutzern für eure Unterstützung und Treue. Danke Apple, Google, Amazon, Microsoft, dass ihr euch nicht an der politischen Zensur beteiligt habt."

Seit dem Start von Telegram im Jahr 2013 wuchs die Zahl der Nutzer auf über 200 Millionen weltweit. Besonders beliebt ist der Dienst wegen seiner starken Verschlüsselung bei politischen Aktivisten, er wurde allerdings auch schon von Extremisten genutzt.

Quelle: n-tv.de